Moshi – Morogoro

Summary: got up early; long riding day (530 km) to Morogoro; road conditions are excellent, finally found a hotel with an internet connection (however not fast enough to upload pictures).

Heute um viertel nach 6 aufgestanden, den Rest zusammengepackt und um 7 zum Frühstücken. Eine halbe Stunde fuhr ich im Nebel los und tankte noch in Moshi. Es war heiter bis wolkig mit kurzen Schauern. Heute war ein Fahrtag und so gibt es wenig zu berichten.

The former main export product of Tanzania: Sisal

Ich fuhr über Same und Mombo nach Sedera und liess es etwas laufen (100 km/h). Die Strecke nach Chelinze im Flachland war sehr grün und vor allem sehr gut. So kommt man einigermassen schnell vorwärts. In Chelinze machte ich eine Pause und trank eine Cola. Auf der Transitstrecke nach Sambia fährt man besser noch etwas schneller (110 km/h) um nicht dauernd von den Bussen überholt zu werden. Als Tagesziel wurde Morogoro ausgewählt, dend der nächste Ort wäre zu weit. Na ja, 530 km sind ja auch ganz OK für den Anfang. Ich habe nochmal getankt und mich im urigen New Akropole Hotel einquartiert – der ausschlaggebende Faktor war, dass es hier Wifi gibt 🙂 . Leider reicht aber die Bandbreite nicht zum Laden von Fotos aus. Wenigstens konnte ich aber meine ganzen Texte der letzten Woche posten. Die vielen schönen Bilder kommen dann eben später!

Kilemakyaro Lodge

Summary: Left Arusha in the morning; stopped by a policeman who was only interested in knowing the top speed of my bike. Destination was Moshi, in particular the lodge that I had to leave last Saturday because of mixing up the dates. I was warmely welcomed and when the owner, Mr Minde knew about my trip, I was invited and treated as a special, personal guest. I was overwhelmed by this hospitality. The lodge, situated underneath the Kilimanjaro is a little paradise. I had pleasant chats with Mr Minde and his daughter and relaxed a lot before I start a couple of riding days tomorrow morning. Asante sana Mr Minde!

Heute morgen etwas ausgeschlafen, zusammengepackt und Aruha verlassen. Wurde von einem Polizisten angehalten und mir schwante schon böses, er wollte aber nur die Höchstgeschwindigkeit meiner XBR wissen, da seine kleine Honda angeblich 160 liefe. Ein Blick auf den Tacho reichte ihm: „Ah, 220!“.

Da die nächsten Tage reine Fahrtage werden, wollte ich in Moshi einen Tag verbringen und noch etwas relaxen bevor es auf die Piste geht. Etwas Entspannung nach der anstrengenden Safari tut auch gut. Etwas Routenplanung sollte für die nächsten Tage auch sein. Am besten in der Lodge, in der ich letzten Samstag überstürzt wieder abreisen musste, da ich mich im Datum vertan hatte. Die sah so aus, also könnte man gut entspannen. Na gut, die $140 für ein Zimmer sind schon mal drin, dachte ich mir, ansonsten komme ich ja günstig weg. Ich fuhr also die nur knapp 100 km bis Moshi und der Kilemakyaro Lodge, wieder durch Kaffeeplantagen hoppelnd.  Als ich vor dem Eingang vorfuhr, gab es ein großes Hallo. Ich wurde herzlich begrüßt und als meine Antwort auf mein Reiseziel „Namibia“ war, hieß es „be my guest“. Ich nahm das erst als die übliche Höflichkeit an, aber als ich mich an der Rezeption wieder einschreiben wollte, wurde auf Anweisung des Chefs ein besonderes Gästebuch (eine Art ‚Goldenes Buch‘) herausgeholt. Er gab einige Instruktionen an das Personal und erklärte mir, dass ich sein persönlicher Gast sei und dass ich es mir gut gehen lassen solle. Anscheinend hatte ihm mein Auftritt sehr imponiert und er lud mich ein, mir später etwas über die Lodge zu erzählen. Ich räumte meine Sachen in mein banda, mein Rundhäuschen, und nahm erstmal eine Dusche und rasierte mich sogar zu Ehren des Gastgebers. Ich fragte an, ob es möglich sei, meine dreckige Wäsche waschen zu lassen. Kein Problem.

Kilemakyaro lodge - bandas surrounded by gardens

Ich war baff! Das war ja wie im Märchen. Die Lodge liegt traumhaft unterhalb des Kili, der Garten ist ein Traum und die Aussicht einfach spektakulär. Und das alles als nichtzahlender Gast? Ich war beinahe sprachlos ob so vieler Gastfreundschaft…

Ich traf mich mit dem Eigentümer, Mr Joackim Minde, und wir unterhielten uns eine ganze Weile lang über die Geschichte der Lodge, das Safaribusiness sowie kulturelle Besonderheiten im allgemeinen. Er ist oft in Europa auf Tourismusmessen, um Werbung für seine Lodge und sein Safariunternehmen in Arucha zu machen. Die Farm wurde vor über 100 Jahren von einem gewissen Hans Brunner gegründet und die massiven Holzbalken stammen noch aus dieser Zeit. Nach einer Phase des Niedergangs baute Herr Minde die Lodge wieder auf und machte sie zu einem kleinen Paradies.

Also geese like it cool

Nach dem Mittagessen schrieb ich am Blog, machte etwas Routenplanung und unterhielt mich einige Zeit mit der Tochter des Chefs, die in London studiert und gerade auf Heimatbesuch ist. Wir machten noch ein paar Fotos und Herr Minde hat sich herzlich verabschiedet und ich sitze nun in der rustikalen Bar und schreibe weiter, leider scheint heute die Internetverbindung gecrasht zu sein und so muss ich wieder mal speichern.

Has set a new standard on my scale of hospitality: Mr Joackim Minde from Kilemakyaro Lodge in Moshi. In the background: the Kilimanjaro (in clounds).

Ein Tag im Schlaraffenland.

Arusha National Park

Summary: In the morning, the started for a mountain walk, escorted by a competent and friendly ranger with a loaded gun; watched a herd of buffalos and walked two hours uphill below Mt. Meru (4500 m). After a break, we descended through a lush forest to the main gate. After a quick snack, we continued through the Arusha Park by car, visiting Lake Momella with its numerous, amazing flock of flamingos. Visit to Ngurdoto crater, a small copy of the Ngorogoro. Brought back to Arusha, having dinner with “Mama Hilde”, the German owner of the safari company who stayed in Tanzania after her Ph.D. and started and maintained the business despite all obstacles.

Am Morgen wartete unser Koch mit dem Frühstück und gleich anschließend ging es los zu unserer Wandertour am Fuße des Mount Meru (4500 m hoch). Eine Gruppe aus vier Deutschen gesellte sich zu uns und wir wurden von Moatatu, einer Rangerin geführt und beschützt.

Our guide and armed ranger.

Sie trug ein Gewehr um notfalls Büffel oder anderes Getier von uns abzuhalten. Wie sie uns versicherte, musste sie es schon einmal gebrauchen um einen angreifenden Büffel zu stoppen. Wir wanderten als erstes dann auch an einer großen Büffelherde vorbei und fühlten uns gleich irgendwie vom Bullen beäugt. Wir liefen zwei Stunden an den grünen Hängen nach oben und genossen die Aussicht über den Park.

No bottle opener? Use the trigger of your gun!

Oben gab es eine Pause im Schatten bevor wir wieder durch einen malerischen Urwald nach unten liefen, Affen und Ameisen bestaunend. Der Weg zog sich in die Länge und erst hier wurde uns bewusst, wie hoch wir gelaufen waren (ca. 500 Hm).

Two 'strangling ficus' (parasite tree) have formed this strange "tree"

Schließlich kamen wir wieder am Parkeingang an und verabschiedeten uns von unserer freundlichen und kompetenten Rangerin. Der Ausflug hatte über 4 Stunden gedauert und ging schon etwas in die Beine. Eine Lunchbox später waren wir bereit für die Ausfahrt in den Arusha Nationalpark mit seinen Seen.

Flamingos on Momella Lake

Die Hauptattraktion waren neben den vielen Giraffen die vielen Flamingos, die sich auf dem Mombella Lake aufhielten. Zu abertausenden schwammen und flogen sie auf dem See, ich schoss wie wild Fotos. Irgendwann wurde zum Aufbruch gedrängt, da wir noch zum Ngurdoto-Krater mussten, einer Miniaturausgabe des Ngorogoro-Kraters. Gerade als wir die Aussicht geossen, riss die Wolkendecke am Kili auf und wir sahen ihn in seiner ganzen Pracht.

Finally - view on the top of the Kili!

Noch ein paar Bilder geschossen und zurück ging nach Arusha, wo uns der Feierabend in seinen Klauen eine Weile lang festhielt. Ich wurde zurück zum Motel2000 gebracht, wo ich eine heisse Dusche genoss und in meinen zweiten, sauberen Satz Kleider schlüpfte. Ich wurde von Hilde, der Besitzerin von Paradies Safaris abgeholt und wir trafen uns mit Alain und Patricia in einem Strassenlokal, wo es indische Küche  vom Grill gab. Wir berichteten von unseren Erfahrungen und sie erzählte von ihrer Ankunft als Biologiedoktorandin vor 26 Jahren und wie sie nach der Gründung des Unternehmens 1990 trotz aller Widrigkeiten das Geschäft aufbaute und zu ihrem Lebensinhalt machte. Eine beeindruckende Geschichte.

Im großen und ganzen waren alle in der Gruppe zufrieden über die Safari. Abstriche gab es bei der Qualität der Fahrzeuge, die doch älteren Semesters waren. Schlechte Strassen hin oder her, mit neueren Autos ist einfach die Wahrscheinlichkeit, eine Panne zu haben deutlich niedriger. Trotz dieser Probleme haben alle ihr bestes gegeben und versucht, allen ein schönes Erlebnis zu bieten. John war sehr geschickt im troobleshooting, alle Fahrer und Köche bemühten sich redlich uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und die Organisation schaffte es trotz der Vielzahl der Freiheitsgrade (verschiedene Gruppen, verschiedene Reisepläne, Anpassen derselben, Organisieren von Ersatzfahrzeugen) alles unter einen Hut zu bekommen. Paradies Safaris ist kein Anbieter von Luxussafaris aber auch nicht eben ein Billiganbieter. Man muss auf diesem Kontinent sowieso manche Dinge etwas gelassener sehen, da deutsches Anspruchsdenken an der Realität scheitert. Der Vorteil an dieser Firma für mich war die Möglichkeit, eine sehr kurze Safari (4 Tage) als Individualreisender überhaupt buchen zu können, normal ist das praktisch kaum möglich. Wir waren eine gute, bunte Truppe die ihren Spass hatte und uns sehr willkommen fühlen. . Alles Gute für die Zukunft und ein herzliches „asante sana“ an „Mama Paradise“.

Ngorogoro

Summary: oops! No water in the morning (toilet/shower);  before entering the Ngorogoro National Park, the driver decided to ask for help and ordered another car as he didn’t dare to enter the crater with the Landcruiser giving problems; after 1 h waiting time, a rented car in a similar condition with a different driver showed up; panorama picture on the rim of the crater; shortly after, the hired car had a punctured tyre but no jack to lift the car! After a while, a car helped us out and we could continue the trip. After the descent to the sunburned crater, we spotted many animals (see pictures), among them two groups of lions that just had lunch and were digesting in the sun. After leaving the Austrian and the German couple at the camp site and the lodge, the Swiss couple had to return to Arusha to get to the Momella lodge, that is 200 km on tarmac and 28 km rough piste – mostly at night – an exhausting but interesting day.

Morgens mit einem Grummeln im Bauch aufgewacht. Oje, es geht gleich los! Schnell zum Waschhaus gesprintet, aber dort erwartete mich eine böse Überraschung: Es gab kein Wasser! Weder im Klo noch in der Dusche! Das Gegrolle in meinem Unterleib duldete aber keinen Aufschub . Wenigstens schaffte ich es die Wasserspülung manuell in Gang zu bekommen und die Hinterlassenschaften incl. meiner größtenteils zu entfernen. Einen Lichtblick gab es doch: In einer Dusche spendete ein Wasserhahn knapp über dem Boden etwas Wasser. Das musste zur Ganzkörperwäsche reichen. Immerhin. Auf der Hütte gab es Frühstück und ich genoss anschließend noch etwas den Panoramaausblick über den Lake Manyara. Mittlerweile waren die Zelteabgebaut und unsere Sachen gepackt. Da wir auf dem Weg zum Ngorogoro aber alles mitnehmen mussten, kam der Anhänger auch wieder mit. Eben noch Alain und Patricia von der Lodge abgeholt und los ging’s h inauf in  Richtung Krater. Der alte Lndcruiser, beladen mit 9 Leuten und dem Anhänger, schaufte und kämpfte und endlich kamen wir am Eingang des Parks an. John der Fahrer eröffnete uns, dass er einen neuen Wagen für die Tour  angefordert hatte und dass aus dem Nachbarort auch ein anderer Wagen mit Fahrer kommen sollte, da er mit unserem nicht in den Krater und wieder heraus fahren wollte. Ich bestärkte ihn in seiner Entscheidung, denn eine Panne dort bedeutet ein richtiges Problem zu haben. In der Zwischenzeit schaute ich zum Informationszentrum und informierte mich über die Entstehungsgeschichte des Krater.

The Ngorogoro crater seen from the rim of the caldera

Vor Urzeiten entstand hier an der Bruchstelle der Kontinentalplatten ein riesiger Vulkan, der 4800 m hoch war. Irgendwann wurde der Kegel weggesprengt und zurück blieb ein riesiger Krater, in dem heute eine einziartige Fauna auf engstem Raum herrscht. Nach einer Stunde tauchte aus dem Nachbarort ein ähnlich klapperiger Landcruiser auf, der in  unwesentlich besserem Zustand war. Wir stiegen um und hoppelten die Piste zum Kraterrand hinauf, an dem erstmal ein paar Fotos geschossen werden mussten. Unser neuer Fahrer Alex bügelte die Trasse auf dem Krater entlang, als gäbe es kein Morgen. Da hörte ich plötzlich ein Zischen vom Hinterrad und vermeldete unserem Fahrer trocken ein „puncture!“ Seine entsetzte Antwort war: „Oh my god!“. Wie sich schnell herausstellte, ich sah es an seien entgleisenden Gesichtzügen als er das Werkzeugfach öffnete, hatte er seinen Wagenheber vergessen! Zwei Reserveräder, aber keinen Wagenheber. Ratlosigkeit. Verschiedene Optionen wurden durchgespielt. Ein ernsthaft gemeinter Vorschlag war, wir könnten doch zusammen den Wagen hochheben…..na klar, 4 Mann gegen 3 Tonnen Auto…Schließlich traf die rettende Kavallerie ein, die in einem anderen Jeep MIT Wagenheber bestand. Die beiden spanischen Insassen erzählten mir, dass sie auch schon zwei Achsbrüche hinter sich hätten.  Praktischerweise war der andere Fahrer auch noch ein Mechaniker, so gestaltete sich der Reifenwechsel einigermassen schnell. Weiter ging es mit dem Gerumpel über Stock und Stein. Nach einer Pinkelpause tauchten wir in den Krater hinunter der bis auf wenige Stellen total ausgedörrt war. Schnell sahen wir die ersten Tiere und es ist beeindruckend, wie nahe man ihnen kommt. So rückten wir wir zwei Gruppen Löwen gehörig auf die Pelle. Die erste rastete an einem kleinen Bach, die zweite lag völlig fertig in der Sonne und schnaufte schwer.

Happiness is a full stomach

Anhand der prall gespannten Bäuche war klar dass sie vor kurzem eine üppige Mahlzeit hatten und jetzt schwer am verdauen waren. Es kribbelt schon etwas, wenn der Löwe uns Auto rumstreift und einen Blick auf die Insassen wirft. Vielleicht denkt er ja: „ Hmmm, Essen auf Rädern – leider bin ich jetzt zu voll dafür“. Die Fahrt ging quer durch den Kratergrund, die Landschaft ist schon spektakulär mit den steil aufragenden Wänden die einmal die Flanken des Vulkans formten. An einem See wurde Rast gemacht und ich versuchte die Hippos mit der Kamera einzufangen, was wegen der großen Entfernung kaum gelang. Immerhin ließen sich ein paar Pelikane blicken, die ein schönes Motiv abgaben. Auf der weiteren Fahrt durch durch den Krater sahen wir viele Spezies, die wir bis dahin noch nicht zu Gesicht bekommen hatten, so z.B. ein Gepard, der müde in der Sonne döste. Am Ende der Fahrt in der Ebene grasten viele Zebras und schon ging es wieder steil hinauf zum Kraterrand. Zum Glück war die Piste als Einbahnstrasse ausgelegt, denn der Abgrund war nahe.

A school class on holiday

Wir genossen noch einmal den Ausblick über den Krater in der späten Nachmittagssonne. Anschließend wurden Hendrik und Daniela am camp site (toller Ausblick für einen Campingplatz) und Alex und Silke an der Lodge (auch super gelegen) abgesetzt und man verabschiedete sich voneinander. So blieben noch Alain, Patricia und ich über, die heute noch bis zur Momella Lodge gebracht werden sollten. Erst ging es aber bis zum park gate und dann runter bis nach Karatu, wo John und Dickson auf uns warteten. Es gab eine gute Nachricht: wir würden nicht mit dem klapprigen Landcruiser, sondern mit einem modern Van mit einem anderen Fahrer zurückgebracht. Das war nicht schlecht, denn neben sehr konfortablen Sitzen war der Wagen auch viel schneller als der Toyota, der auf der Ebene gerade mal noch 70-80 km/h schaffte. Wir verabschiedeten uns herzlich von denn beiden, sie hatten wirklich ihr bestes gegeben. Das sahen auch alle in der Gruppe so und dementsprechend viel auch mein Trinkgeld aus. Im Van wurde nun Gas gegeben, denn es war bereits 6 Uhr, die Sonne ging bald unter und es waren noch fast 150 km bis Arusha! Der Fahrer gab richtig Gas und nutzte das verbleibende Sonnenlicht, da nach dem Sonnenuntergang  die Fahrgeschwindigkeit deutlich sank. Es rannte naürlich alles mögliche auf der Strasse rum. Leute, Tiere, Radfarer etc. Unbeleuchtet, versteht sich. Langsam wurde es etwas mühsam, denn wir hatten einen langen, staubigen Tag hinter uns, ich hatte seit zwei Tagen nicht mehr geduscht (müffel) und auch etwas viel Sonne abbekommen. Na gut, Gegen 8 trafen wir dann endlich in Arusha ein. Wir wurden an dem Imbißrestaurant abgesetzt, wo wir uns mit den Snacks eingedeckt hatten. Uns wurde mitgeteilt, dass wir hier etwas zu Abend essen sollten, da die Fahrt zur Momella Lodge noch etwas dauern würde: 35 km Asphalt und 28 km Piste. 28 km Piste! Ich konnnt es nicht glauben. Da machte es scon Sinn, hier etwas zu Essen. Es gab noch so eine Art Cheeseburger, der wieder die Lebensgeister in uns weckte. Die Asphalte strecke war schnell erledigt, aber die Piste hatte es in sich! Zum Teil richtig grob, was aber den Fahrer nicht hinderte, mit dem Strassenfahrwerk ordentlich drüberzubügeln. Ich schaltete auf den geistigen Stand-by Modus (bei ausgedehnten Regenfahrten ganz praktisch) um die Strapaze besser hinzunehmen. Zwischenzeitlich versperrte uns ein Giraffenbulle den Weg und wir mussten am Eingang des Parks noch etwas auf die Einfahrtsgenehmigung warten. Schließlich trafen wir nach 22 Uhr an der Momella Lodge ein, die ursprünglich dem Schauspieler Hardy Krüger gehörte. Selten genoss ich so sehr eine heisse Dusche in meiner banda, einem kleinen traditionellem Rundhäuschen. Anschliessend zischte ich noch ein Kilimandjaro Bier in der Bar, umringt von deutschen Senioren, und schrieb noch etwas an meinen Aufzeichnungen.

To Lake Manyara (Great Rift Valley)

Summary: the morning was spent again in the Tarangire Park; many animals spotted and pictures taken (check the pictures); lunch at campsite and transfer to the next camp. Pit stop and welding of the exhaust manifold on the road. Visit of Lake Manyara National Park that is situated in the Great Rift Valley. Hippos spotted. Dinner at camp and spectacular acrobat show by locals attended.

Morgens gurrten un zirpten alle möglichen Vögel. Um wurde in der einfachen camp site Dusche geduscht und anschließend gefrühstückt. Bald darauf ging es wieder in den Tarangire Park, diesesmal aber weiter und tiefer hinein. In den nächsten Stunden bekamen wir allerhand zu Gesicht. Elefanten 2m neben dem Auto, einen Leopard, viele Paviane, vollgefressene Löwen die im Schatten verdauten, Giraffen, Zebras, Geier, Impalas, Kudus, Schakale und und und. Alles treibt sich hier auf engem Raum und den Fluss. So viel gibt es gar nicht zu schreiben, ich muss einfach nur die Bilder für sich sprechen lassen.

Riding on Mum's back

Tarangire National Park
Aaaaah, scratching feels so good!

I'm watching you!Mittags kehrten wir zum Camp zurück und bekamen wieder ein reichhaltiges Mahl vorgesetzt. Anschließend fuhren wir mit Sack und Pack zum Lake Manyara, nicht ohne vorher einen Pit Stop im „Dorf der Mücken“ gemacht zu haben. Auf der Strasse wurde der Auspuff am Krümmer direkt geschweisst. Ein Deutscher Mechaniker würde wahrscheinlich Schreikrämpfe dabei bekommen, hantieren mit der Schweissflamme im Motorraum. Aber das Auto war deutlich leiser danach. In der Zwischenzeit ein Schwätzchen mit den fliegenden Händlern, die mir aber nix andrehen konnten.

Mosquito village

Zuerst gings es hinauf zum Campsite „Panorama“, direkt über dem Great Rift gelegen. Hier reisst Afrika auseinander.

Where Africa breaks apart - the Great Rift Valley with Lake Manyara

Der Lake Manyara liegt auf der Bruchkante und war immerhin noh mit etwas Wasser gefüllt.  Was für eine Aussicht! Wir fuhren in den Park ein und waren über das viele Grün und den Schatten erfreut. Zu sehen gab es relativ wenige Tiere, da sie alle wegen Futermangel in den Tarangire gewandert waren, ein Giraffenbulle verstellte uns eine Weile lang breitbeinig und posierend den Weg.

"What do you mean - 'you're in our way'??"

Das Highlight war der Hippo Pool, in dem sich die Nilpferde föätzten. Leider war aber schon fast die Sonne untergegeangen und die Hippos zu weit weg um noch gute Bilder zu machen. Zurück nahm John die Piste sehr sportlich (Vollgas), da wir längst wieder draussen hätten sein sollen. Zurück im Camp gab es wieder ein reichhaltiges Abendessen von Dickson dem Koch und wir kamen noch in den Genuss einer Akrobatikschau beiwohnen zu dürfen, die so manchem Zirkus zur Ehre gereicht hätte. Tippe gerade wieder im Zelt und schwitze wie ein Warzenschwein. Morgen geht es in den Ngorogoro Krater, das vermutliche Highlight.

Tarangire National Park

Summary: Rain in the morning. Despite a power failure, I managed to post the previous article; meeting the other participants (three couples from Germany, Austria and Switzerland), buying fried stuff for lunch break, buying drinks (water) in a huge store, after half an hour: police control, driver John gets probs but can go on after a while; another half an hour later: boiling radiator; urgent water tube repair in next village; baggage drop-off at campsite and entry to Tarangire National Park where most animals gather as it contains the last remaining water resources (extreme drought). Animals watched: antilopes, elephants, giraffes, baboons, cheetahs, gnus, wart pigs, mungos, lions and others. Great overview from hill top of the river valley; managed to get as close as 5 m to a lazy lioness, spectacular photos taken. Headed back to campsite and had a gorgeous meal. Currently I’m writing with my head lamp in my tent in the savannah.

Morgens regnete es. Die Regenzeit scheint sich wirklich langsam anzukündigen.  Ich hatte ja gestern schon alles vorgepackt und brauchte nur noch alles in den Koffern und der Kiste zu verstauen, was am Motorrad bleiben sollte. Die gewaschene Wäsche war leider noch nicht trocken und musste noch feucht in die Tasche. Nach dem Frühstück (na klar – Eier mit Toast) schaffte ich es noch mit am Hotelrechner in den Blog einzuloggen. Gerade als ich den letzten Beitrag einstellen wollte – fiel der Strom aus! Da der Rechner sehr langsam war, dauerte es nochmal eine Viertelstunde bis ich wieder soweit war. Am Ende klappte es doch. Und da war auch schon der Fahrer da. Unser Fahrer heisst John und wird uns die folgenden Tage herumkutschieren . Neben dem Konstanzer Pärchen Alex und Silke gesellten sich in der Zentrale von Paradies Safari in Arusha noch zwei weitere Pärchen aus Wien (Hendrik und Dani) und der Schweiz (Alain und Patricia) hinzu.

Our vehicle during the next days

Wir haben zwar alle unterschiedlich lange Safaris gebucht, starteten aber alle gemeinsam. Ich musste noch meinen Rest bezahlen. Wir liefen noch in einen Imbiß um unser Lunchpaket einzukaufen. In der Zwischenzeit wurde unser Gepäck verladen und es ging bald los. Im gleichen Gebäude fand gerade eine Sonntagsmesse statt, bei der einiges geboten war. Musik, die in die Beine ging. Am Ende gesellte sich noch unser Koch (Dickson) hinzu und wir 9 starteten in dem etwas älteren Landcruiser.

The whole group in the Landcruiser

Noch ein kurzer Stopp an einem großen Supermarkt, wo jeder Getränke einkaufen konnte und es ging gegen Mittag wirklich los. Das Programm war etwas über den Haufen geworfen und unser Ziel war heute der Nationalpark Tarangire. Auch wettertechnisch war das wohl die bessere Option, da sich bald das Wetter besserte und es heiter bis bedeckt war. Nach einer halben Stunde wurden wir von der Polizei herausgewunken und John der Fahrer machte kein freudiges Gesicht. Es dauerte ungefähr 20 Minuten bis wir wieder weiterfahren konnten. Es gab wohl irgendein Problem mit den Bremslichtern, aber er hatte sich irgendwie „herausgeredet“. Was immer das heißen mag.  Rechts und links war jetzt Masai-Land.  Die Masai, in ihre rotkarierten Tücher gehüllt, trieben rechts und links der Strasse Ihre dürren Herden übers Land, welches total verbrannt ist. Staubtrocken. Die letzte Regenzeit sei komplett ausgefallen, erzählte uns John. Ich lernte, dass die Betonung auf der ersten und nicht auf der zweiten Silbe liegt (also Maa-sai).

No water in the radiator!

Bald drauf machte John an einer Steigung ein verzweifeltes Gesicht und stellte den Motor ab. Der Kühler kochte! Anscheinend hatte man in der Werkstatt den Wasserschlauch nicht richtig festgezogen und so verloren wir unser Kühlerwasser, bis praktisch nichts mehr da war. John versenkte dann ungefähr 15 L unserer Wasservorräte in dem riesigen Kühler und wir konnten wieder weiterfahren. Alles halb so wild. In der nächsten Ortschaft machten wir unsere Lunchpause, während John den Wasserschlauch wieder in Ordnung brachte.  Bald darauf kamen wir zum Tarangire Park wo wir zuerst unseren Anhänger mit dem Gepäck auf dem Wildlife Camp ablieferten und dann zum und in den Nationalpark fuhren. Relaiv bald sahen wir alle möglichen Tiere: Antilopen, Giraffen, Warzenschweine, Vögel, Elefanten, und ein Löwenrudel. Wir blieben eine Weile stehen, um zu sehen, wie die Löwen ein paar Mungos jagten, aber ohne Erfolg. Wir kamen zu einer Anhöhe, von der man einen tollen Ausblick hatte. Unter uns mäanderte der Fluss und es vollzog sich ein interessantes Schauspiel: John erspähte eine Löwin in einem Baum, die sich irgendwann vom Baum herunterbegab. Ab da wurde es spannend. Als erstes wurden die Antilopen unruhig. Die vier Giraffen, die sich langsam zum Fluss zur Tränke vorgewagt hatten, registrierten aufmerksam die herannahende Löwin und zogen sich zurück, sobald ein gewisser Abstand unterschritten war.

When the lioness comes down from the tree...
...the animals get nervous....
...and cautiously maintain the distance.

Wir fuhren hinab zum Fluss, wo sich die Löwin zum faulenzen am Flussufer breit gemacht hatte. Wir waren bis auf 5 Meter an ihr dran und so gelangen einige spektakuläre Fotos. Die Löwin schienen die ganzen Wagen nicht zu interessieren und so konnten wir eine Viertel lang sie aus nächster Nähe beobachten. Beeindruckend. Wir fuhren anschließend wieder in Richtung Ausgang und sahen noch Gazellen, Elefanten, Paviane, Gnus und Leoparden im Affenbrotbaum.

Baobab trees at sunset

Da wegen der grossen Trockenheit viele Tiere im Tarangire Park sind, hatten wir in der kurzen Zeit viele Tiere zu Gesicht bekommen. Und es ist einfach was besonderes sie nicht im Zoo sondern in ihrem natürlichen Habitat zu bewundern. Rechtzeitig vorm Sonnenuntergang kamen wir zurück zur Campsite, wo gerade unsere Zelte aufgebaut wurden. Abends bereitete uns Dickson ein schmackhaftes Menü zu, das allen sehr mundete. Ich schreibe gerade im Zelt in der Savanne mit der Stirnlampe auf dem Kopf. Internet gibt es hier noch nicht, wobei es prinzipiell möglich wäre: Die Mobilfunkabdeckung ist hervorragend. Das ist schon ein eigenartiges Bild, wenn der Masai-Hirte mit den Autoreifensandalen mit dem Handy am Ohr rumläuft. Laptop und Lederhose auf Afrikanisch.

Verloren in Zeit und Raum

Summary: Departure from Usambara mountains with better weather; no petrol in Mombo;  managed to get the last 5L of a filling station; nice view in the plains next to Usambaraand Pare mountains; petrol in Same; first view on Kilimandjaro covered in clouds; stop next to the road studying the busy life next to the road; Found a beautiful lodge underneath the Kili only to find out when signing the guestbook that I it was the wrong date! It is already the 1st of October and I had to be in Arusha tonight; quick drive to Arusha; needed two hours and a wild moped driver to find the Motel in the suburbs in Arusha. Despite the looks, it was the correct place. Tomorrow starts the safari.

Gestern Abend gab es noch einen Stromausfall, der den Abend schnell beendete. Ich mit dem Handy zurück ins Zimmer, wo mir bald darauf eine Kerze gebracht wurde. Das ist Servicekultur.

Heute morgen war es bedeckt, aber mit Tendenz zu Aufhellungen. Das Frühstück bestand wieder aus Eier mit Toast und Kaffee. Kurz nach 9 ging’s los und ich zuckelte den Weg durch die Berge wieder zurück. Das Wetter war deutlich besser wie gestern und ich konnte die Ausblicke besser geniessen. Am Fuss der Berge suchte in Mombo nach einer Tankstelle und rechtzeitig wieder Benzin nachzufassen. An allen drei Tankstellen gab es aber kein Benzin! Schluck! Ein paar Kilometer weiter befand sich eine moderne Tankstelle, an der mir Junge erklärte, dass es kein Benzin gab, dass er mir aber ein paar Liter geben könne. OK, besser wie nix. Fünf Literquetschte er noch aus dem Tank, immerhin, das machte die Strecke bis zur nächsten größeren Ortschaft (110 km) etwas entspannter. Den anderen, die leer ausgingen erklärte er wohl, dass ich ja noch weit fahren müsse.

Ich tuckerte also mit 80 durch die Ebene, rechts von mir die Usambaraberge, die später von den Parebergen abgelöst wurden. Unterwegs gäbe es immer wieder viele Fotomotive, die sich links und rechts der Strassen bieten, aber einfach zu bremsen, die Kamera herauszuziehen und wie wild zu Leute zu fotographieren ist nicht angebracht. Man kapiert sehr schnell, was in diesem Land wichtig ist: Respekt. Und das bedeutet halt mit Zurückhaltung die Menschen zu porträtieren. Mittlerweile wurde die letzte Feuchtigkeit aus meinem Kombi ausgeheizt, denn es wurde wieder ordentlich warm. Es lief gut, die XBR brummte brav vor sich hin, der Gegensatz der präriehaften Weite und der Berge auf der anderen Seite hatte etwas besonderes.

Endlich kam ich in Same an wo ich tatsächlich Benzin bekam. Der Verbrauch bewegte sich unter 5 Liter, und ich könnte auch im Prinzip 100 km später tanken, aber man will ja kein Risiko eingehen, später mal wieder an trockenen Tankstellen vorbeizukommen. Ich drückte viel Wasser in mich rein, da man trinken muss, bevor man Durst bekommt. Und weiter ging’s.

Nach einer Weile sah ich zum erstenmal den Kilimandscharo, leider in Wolken eingehüllt. Die ennorme Ausdehnung der Flanken lässt einen nur erahnen, wie hoch er wirklich ist (beinahe 5900m). Ich dachte mir nur, dass ich im Moment nicht da oben sein möchte, bestimmt sehr ungemütlich. An der Kreuzung nach Moshi und der Grenze zu Kenia hielt ich um eine Pause im lokalen Kolorit zu machen. An den Strassen war viel los: viele Händler verkauften Gemüse und sogar Hühner. Ich stellte die XBR ab und trank im Schatten einer Bar eine Cola. Nebenbei konnte ich in aller Ruhe das Treiben auf der Strasse beobachten. Wie überall posiert die Jugend mit ihren auf Hochglanz geputzten 125er Mopeds chinesischer Provinienz. Die sind zum Teil mächtig aufgemotzt. Das erinnert mich ziemlich an Syrien. Auf einmal wurde es laut und ein Pick-up mit lauter Lautsprechern und DJs fuhr vor Donnernde Musik und viele Sprüche liessen das Dorf erzitten. Ist das Wahlkampf?

Ich wusste, ich hatte nur noch 20 km bis zu meinem geplantem Tagesziel in Moshi an Fuße des Kili. Ich hatte mir eine hübsche Lodge ausgesucht, die etwas ausserhalb der Stadt lag, da ich auf hektisches Treiben keine Lust hatte. Nach einigem Suchen fand ich sie auch, traumhaft über der Ebene und unterhalb des Kilimassivs gelegen.

Das wollte ich mir heute mal gönnen. Ein Zimmer war auch noch frei und der Preis liess mich kurz schlucken, aber nach den günstigen letzten Übernachtungen ist das schon mal drin. Ich musste sogar im Voraus in Dollar bezahlen, die ich erstmal aus dem Gepäck holen musste. Die Dame konnte gar nicht glauben, dass ich „damit“ (XBR) aus Mombasa gekommen war. Ich musste mich nur noch ins Registrierungsbuch eintragen. Beim Datum stutze ich kurz. Heute ist der…“First of October“ sagte die freundliche Rezeptionistin. Was, neinnein, der erste Oktober ist erst morgen. „No Sir, today is 1st of October!”Moment, 28, 29, 30, 31….ääääh, der September hat nur 30 Tage! Heute ist tatsächlich der erste Oktober!

[…]

Ich war fassungslos. Ich hatte mich im Datum vertan! Verloren in Raum und Zeit!Ich musste heute Abend in Arusha sein, da morgen die vorgebuchte Safari beginnt! Beschämt erklärte ich die Situation und entschuldigte mich vielmals. Mein Geld bekam ich von der verwirrten Dame wieder zurück und musste den schönen Ort wieder verlassen. Nicht ohne aber noch ein Abschiedsfoto geschossen zu haben.

Ich düste also die restlichen 80 km nach Arusha, jetzt ohne die selbstauferlegte Zurückhaltung, sondern mit 110 km/h, die Strasse gab das locker her. Rechts von mir wurde das Massiv des Kili von dem Kegel des Mt. Meru abgelöst. Auch imposant, obwohl 2000 m niedriger.

In Arusha wuselte es auf einmal und der Verkehr wurde ziemlich dicht. Es gab sogar zwei Ampeln! Und LKWs, auf denen Blaskapellen Hochzeitsgesellschaften begleiteten. Ich versuchte meine Kontaktperson anzurufen, aber ich konnte von meinem Handy nicht telefonieren. Ich kämpfte mich durch das Gewusel ins Zentrum zur Touristeninformation vor, die war aber geschlossen. Ein Rastamann sprah mich an und ich fragte nach der 2000 Lodge. Nach Rückfrage erklärte er mir, dass es in der Nairobi road sei. Nach einigen km auf der Strasse nach Nairobi drehte ich um und versuchte die Nairobi Road im Zentrum aber auch da war auch keine Lodge. Ich fuhr wieder zum Zentrum und traf den gleichen Typen wieder. Diesmal wurde ein Mopedfahrer organisiert, der uns dorthinbringen sollte. Ich wurde  nach dem Safariveranstalter gefragt, die als „Mama Paradise“ gut bekannt war. Wir düsten los und ich musste schon rote Ampeln missachten und dem Querverkehr die Vorfahrt nehmen, um an den zwei Typen dranzubleiben. Sogar sie mussten sich auch durchfragen. Das Moped war unglaublich: eine Spurversatz von 10 cm zwischen Vorder- und Hinterrad mit einer vorderen Felge, die in alle Richtungen eierte. Auf einmal bog er in eine Seitenstrasse ein, die es in sich hatte. Eine gröbste Rumpelpiste über Stock und Stein, bei der die XBR sogar einmal mit den Krümmern aufsetzte. Hier hatte ichecht Mühe, um dranzubleiben. Auf einmal kamen wir am Motel 2000 an. Hm, der Name schien mal nicht zu stimmen.  Der Versicherung, es wäre der richte Ort, wollte ich erstmal nicht glauben. Zu abgeschieden in den Vorslums schien das nicht der richtige Ort zu sein. Ich schaffte es mit Hilfe des Rastas die Veranstalterin anzurufen, die mir bestätigte, dass ich am richtigen Ort sei und dass ich morgen abgeholt werden würde. OK, den Mopedfahrer sollte ich noch bezahlen. Ich gab ihm 5000 Tsh (2,5 €), er wollte aber 20000! Ich erklärte ihm, dass ich dafür sogar übernachten könnte und bot ihm 10000. Er erspähte einen kenianischen 1000er Schein (10$) und verlangte diesen. DEN gab ich ihm gerne, da ich ihn eh nicht zurückgewechselt hatte und er jetzt praktisch wertlos war. Everybody’s happy. Der Rasta bekam auch noch ein Tip und dann ging’s ans Zimmer beziehen. Im Restaurant traf ich ein Pärchen aus Konstanz, das auch auf der Safari mitfährt. Wir speisten noch zusammen und  anschliessend wusch ich noch meine dreckige Wäsche und bereitete alles für die Safari morgen vor.

Auch heute leider keine Bilder, Verbindung zu langsam, eben fiel sogar der Strom aus…

Rain???

Summary: morning surprise: rain! The rainy season is supposed to start in one month! After 2 hour waiting, I departed from Tanga. The day saw sunny periods and strong rain showers, according to the locals this is not normal. On acceptable to good roads I reached the beautiful Usambaramountains where I looked for accommodation, but due to pouring rain and slippery and muddy tracks I turned around and stayed in Lushoto.

Heute morgen gab es eine Überraschung: Es regnete! Und zwar nicht nur ein bißchen. Ab und zu liess es etwas nach, um dann wieder loszuprasseln. Ich liess mir viel Zeit und hoffte darauf, dass es schon bald aufhören würde. Tat es aber nicht. Ich suchte mir also meine Regenklamotten raus. Ich hatte meinen Regenkombi zuhause gelassen und nur die leichtere Fahrradregenjacke und –hose mitgenommen. An der Rezeption  war man auch erstaunt, dass es so früh regnete, normal beginnt der Regen erst im November. Kurz nach 11 fuhr ich erst los.

Auf den Strassen war niemand unterwegs, kein Wunder, wenn es aus Kübeln schüttet. Ich entschied mich in Tanga noch zu tanken, obwohl erst 210 km gefahren waren.  Wie erhofft hörte es 10 km nach Tanga zu regnen auf, die XBR brummte dahin und ich traute mich sogar mal 100 km/h zu fahren.  Kurz darauf passierte ich eine Polizeikontrolle, die sogar mit einer Laserpistole bewaffnet war.

Die Strasse war in einem ausgezeichneten Zustand, was sich ber änderte, als ich bei Segara auf die Strasse in Richtung Kilimandscharo abbog. Im Prinzip auch noch ganz gut, nur um die enormen Schlaglöcher musste man irgendwie geschickt herumkommen.  Bald kam ich zu dem ersten Ausläufern der Berge und die Aussichten wurden hübscher. Ab und zu gab es wieder einen heftigen Regenschauer.

Die Hügellandschaft war sehr schön und leider schafft man es wie so oft nicht rechtzeitig anzuhalten um Fotos zu machen. Rechts und links der Strasse wurde es wieder lebhafter und die Horden von Schulkindern (adrett gekleidet) liefen nach Hause. Irgendwann schien wider die Sonne und es wurde mir zu warm Ich sah ziemlich lustig aus, ein rasendes Marsmännchen mit gelbfluoreszierender Regenjacke und dem gleichfarbigen Helm.  So überraschend wie für mich ein Albino, der am Strassenrand entlang lief.

Ich fuhr in der Ebene entlang, aber rechts von mir taten sich die Usambaraberge auf. Da ich heute nicht weit fahren musste, sollten sie mein Tagesziel sein. Im Mombo fuhr ich erst mal an der Abzweigung vorbei, da das Strassenschild am Boden lag. Die Strasse schlängelte sich die Berge hoch und die Ausblicke waren trotz des bewölkten Wetters sehr schön.

Ich beließ es beim dahintuckern und kam an blaublütigen Bäumen vorbei, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Bald darauf fing es wieder zu regnen an, wenigstens hatte ich meine Überschuhe angelassen, der Rest sollte einigermassen wasserdicht sein.

Bald darauf kam ich im 1200m hoch gelegenen Lushoto (zu deutschen Kolonialzeiten: Wilhelmstal) an. Es war sogar mal angedacht, es zur Hauptstadt der Kolonie Deutsch-Ostafrika zu machen. Fragt sich nur: warum eigentlich? Vielleicht weil es hier oben ist es angenehm kühl ist. Ich machte mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Einiges war ausgeschildert und 10-15 km noch entfernt. Bald hörte die Teerstrasse auf und wurde von einer rumpeligen Piste abgelöst. Na gut, ohne den täglichen Schotter scheint es nicht zu gehen. Da wäre kein Problem gewesen, aber nach 8 km fing es zu regnen an, zuerst leicht und später heftig. Als ich auch noch den schützenden Wald verlassen musste und sie Strasse lehmig und sehr glatt wurde, beschloss ich umzudrehen und mir etwas unten im Ort zu suchen. Also das ganze wieder zurückgehoppelt. Mittlerweile regnete es auch in Lushoto und die Strasse zu einer Lodge mit (prinzipiell) guter Aussicht wäre auch nur über 6 km Lehmpiste zu erreichen gewesen. Also auch abgehakt. Das nächste war das Lawn‘ Hotel, in dem ich ein einfaches, aber sauberes Zimmer bekam. Zuvor legte ich noch die XBR im Stand ab, da ich beim Absteigen ausrutschte. Die Alukiste ist aber ein guter Hebel und ich bekam sie trotz des hohen Gewichtes gleich wieder aufgerichtet. Im Hotel sind auch mehrere britische Familien, die in Zelten übernachten. Für Lebhaftigkeit ist also gesorgt. Im Augenblick schreibe ich mit Ausblick über die Bergwälder.

Bilder laden dauert heute leider zu lange mit dieser Internetverbindung! 😦

Rough tracks in Tansania

Summary: Late departure from hotel; crossing Mombasa with lively traffic; ferry boat trip to the other side of Mombasa; good road through green and hilly landscape to the border; border post reminded me that I had no insurance for Kenia, asked me to invite him for a snack; friendly chat in the shade drinking yoghurt; also quick processing at Tansanian side; 65 km of “rough road” ahead of me; good gravel road, bumpy rocky road and closed, but passable tarmac road. After 65km and a lot of dust I had enough and stopped in Tanga at the cost.

Heute morgen war ich zu faul, um schon um halb acht aufzustehen.  Eine ganze Stunde lang brauchte ich um aus der Heia zu kommen. Noch gepackt und zum Frühstücken mit Blick auf den Ozean. Ich war richtig im Bummelmodus, aber ich wusste ja, dass es heute nicht um grosse Entfernungen ging. Ich machte die XBR reisefertig und eine chinesische Familie war ganz von ihr angetan, vor allem als sie den 300.000+km Aufkleber auf dem Tank entdeckten.  Die D amen an der Rezeption konnten es gar nicht fassen, als ich als heutiges Reiseziel „Tanga“ in Tansania angab. „Damit?“ meinten sie und deuteten auf die Honda. „Na klar“ meinte ich und fügte an „und am Ende bis Namibia“. Das überstieg ihre Vorstellungskraft völlig. „Gibt es überhaupt Strassen dahin?“

Erst im letzten Augenblick schlüpfte ich in die Textilkombi und fuhr gleich los. Erst ging es wieder nach Mombasa hinein. Die Entfernungen waren nicht so gross, aber der Verkehr sehr dicht. Es wurde heiss, ohne den Fahrtwind wird man weichgekocht. Aber wie gesagt, diese Art von Gewusel macht mir nicht viel aus und bald kam ich an die Fährstelle. Mombasa wird von einem Meeresarm geteilt, und um ans andere Ufer zu kommen, braucht man die Fähre. An der Zahlstelle wurden 50 Shilling von mir verlangt, die ich aber leider Gepäck verstaut hatte. Ich bot also einen 1$ Schein an (~100 Shilling), der aber verwirrt abgelehnt wurde. Also erstmal geparkt, Shillinge rausgekramt und dann gezahlt.

Ferry boat in Mombasa

Am Kai war richtig was geboten: eine riesige Videoleinwand mit Beschallung aus der gerade folgendes lief:

www.youtube.com/watch?v=oUMwu_gXK7Q

Bald kam die nächste Fähre und  bald war ich auf der anderen Seite. Erst gab es noch viel städtisches Gewusel, aber nach und nach nahm die Bebauung ab und bald war ich auf der Landstrasse unterwegs. Die Strasse war sehr passabel und so steigerte ich meine Reisegeschwindigkeit auf 90 km/h. Nach einer Stunde wurde die Landschaft etwas hügeliger.

Landscape in southern Kenia

Bald kam ich zur Grenze und watschelte ins Zollhäuschen, um mein Carnet de passage abstempeln zu lassen. Der Beamte war sehr enttäuscht, dass ich nur so kurz in Kenia geblieben war und fragte ob mir das Land nicht gefallen habe.  Neinneinnein, natürlich nicht beeilte ich mich zu versichern.

Ein paar Meter weiter musste ich zur Passkontrolle. Der Beamte schrieb alles auf und fragte nach meinem Versicherungsnachweis. Ups! Da fiel mir ein dass ich meine grüne Versicherungskarte zuhause gelassen hatte. Aber die hätte sowieso keine Gültigkeit hier. Hätte ich mich um eine kenianische Versicherung kümmern sollen? Ich erwartete Ärger. Ich erklärte das deutsche Prinzip der Zulassungspapiere und der automatischen Versicherung und das schien er zu verstehen. Trotzdem erkannte er dass ich in Kenia praktisch ohne Versicherung unterwegs gewesen war.

Special insurance confirmation, issued by Kenian border post:" he owns German insurance valid for the whole world".

Er schrieb mir dann eine sehr eigenwillige Versicherungsbestätigung, „gültig für die ganze Welt“. Anschließend, die Formalitäten waren abgehakt, fragte er mich ob ich ihn zum Essen einladen wolle. Als ich nur ratlos dreinschaute, meinte er ein Snack würde reichen und natürlich nur wenn das OK für mich wäre. Na ja, ein kleiner Happen wäre ja nicht schlecht, es war ja Mittagszeit.

Er zeigte mir einen Kiosk, wo es aber nicht viel gab. Ich besorgte zwei Trinkjoghurts, die wir dann am Grenzposten im Schatten schlürften. Es war ja auch nichts los. Dazu noch ein nettes Schwätzchen. Nach ein paar Kilometern kam ich zur tansanischen Grenze, dort war deutlich mehr los. Die Formalitäten waren schnell erledigt und diesesmal erkundigte ich mich nach einer Versicherung. Nach einiger Zeit erhielt ich die Auskunft, dass es hier nicht möglich wäre, eine Versicherung abzuschliessen, ich sollte es in Tanga probieren. Ich erhielt noch die Information, dass von nun die „rough road“ beginnen würde. 65 km lang. Die Chinesen bauen an der Teerstrasse, die ist aber noch nicht fertig. Ich war geistig darauf vorbereitet und schon gings los.

"Rough road" from border to Tanga

Die Strecke bewegte sich zwischen gutem Schotterbelag und felsigem Gehoppel. An manchen Stellen war die Teerstrasse bereits fertig und ich konnte diese Stellen im Gegensatz zu den Autos befahren, da ich um die Barrieren (Steine, Bäume) herumfahren konnte. Mit einer Boxer-BMW wäre das nicht gegangen. Teilweise war es etwas haarig, z.B. als ich vor dem Bulldozer durch zwei frisch aufgeschüttete Sandhügel mich graben musste. Man muss sich nur trauen und mit Schwung  durch oder über das Hindernis. Die Krümmer wirken hier als eine Art Motorschutz, einmal brauchte ich einen zeiten Anlauf und mehr Schwung, um über das Hindernis zu kommen.

In case you didn't remember...

So wechselte es also zwischen Hoppelpiste und Teerstraße und das kostete schon etwas Kraft. Nach zwei Stunden traf ich endlich in Tanga ein. Ich hatte zwar vorgehabt, noch etwas weiter nach Süden zu fahren, aber mein Bedarf an Gehoppel war erfüllt.

Ich suchte mir ein einfaches aber sauberes und günstiges Hotel (18$), besorgte mir Landeswährung und war froh, aus den durchgeschwitzten Klamotten zu kommen. Obwohl ich an der Küste bin gibt es hier keinen Meeresblick, aber auf der Herfahrt konnte ich schon mal den Ausblick geniessen.

Sea views in Tanga

Da das Mittagessen wieder mal ausfiel, freue ich mich um so mehr auf das Abendessen.

 

Jambo!

Summary: Sitting under palms at the beach; flights were OK without problems; attitude switched to ‘relax’ mode; no probs at immigration and customs; cargo company asked for 240$ for custom fees (18$), warehouse storage (94$) and their services; in the end bargained down to 180$. Bike had arrived well, driving conditions would be shocking for most European drivers, but OK for me. Fuel stop and finally pre-booked hotel located (no road signs). Chilling at the beach. Prepared for moskitos. Waiting for dinner, hungry.

Schöne Grüße vom Indischen Ozean, ich sitze gerade unter Palmen am Strand und lasse den Tag noch einmal Revue passieren.

Kenya Bay Hotel beach, Mombasa

Gestern ging es also zuerst nach München. Da sich das Boarding verzögerte, hob die Maschine mit einiger Verspätung ab. Es wurde dann beim Umsteigen in München etwas knapp. Bepackt mit Motorradjacke und -hose, Helm und dem kleinen, aber schweren Rucksack hastete ich zum Gate. In der Hektik riss mir auch noch der Riemen des Rucksacks (Himmiherrschaftzeitnzäfix!!!), ich schaffte es aber noch rechtzeitig in den Flieger. Dort konnte ich wieder etwas abkühlen, denn im Zubringer funktionierte die Lüftung nicht richtig und ich schwitzte wie….in Afrika. Die Nacht im Flieger nach Mombasa war etwas kurz und an richtigen Schlaf war natürlich nicht zu denken, bestenfalls etwas dösen. Morgens wurde die erfolgreiche Landung von den Pauschalurlaubern eifrig beklatscht und schon traten wir in die warme Schwüle des kenianischen Morgens. 25 Grad um 8 Uhr morgens, aber eine Luftfeuchte, an die ich mich erstmal gewöhnen muss. Der Flughafen ist relativ klein und wenn auch noch zwei Maschinen kurz hintereinander landen, dann ist die Schlange an der Passkontrolle entsprechend lang. Erstmal auf “relax” Modus umschalten, ich glaube dass ist eh die richtige Strategie für Afrika. Hinsetzen, den Schweiss laufen lassen und warten bis die lange Schlange sich verflüchtigt hat. Dann ein Transitvisum beantragen. Durch die kurze Zollkontrolle und gleich zum Bankautomat. Komisch, der funktioniert nicht. So ein Zufall, gleich daneben ist die Wechselstube…

Ich erkundigte mich am Infoschalter, wo ich mein Gepäck aufbewahren könnte. Das ging freundlicherweise in einer Abstellkammer, die abgesperrt wurde. Ein Taxifahrer wurde mir vom freundlichen Beamten auch besorgt. Wie sich nachher herausstelle, sind es bis zum Frachtterminal nur 60m Luftlinie, man muss aber mangels einer Verbindung einen weiten Bogen fahren. Dort angekommen wurde ich von zwei John und John bereits erwartet, die sich als örtliche Vertreter der Cargofirma um mich kümmern würden. Ich stellte fest, dass ich alles dabei hatte, bis auf den Reisepass der noch in der Jacke in der Abstellkammer war. Argh! Kein Problem, mit einem Kleinbus ging es zurück zum Flughafen, wo ich auch das ganze Gepäck mitnahm. Zurück im Frachtterminal wurde erstmal mit John etwas hin- und hergelaufen. Schlielich landeten wir im Büro von Joshua, dem Vertreter der örtlichen Cargofirma, wie sich später herausstellte. Nach einigen Floskeln ging es auch bald zur Sache. Einige Rückfragen später hatte ich auch einen Überblick. 18 $ Gebühr für den Zoll, das hörte sich gut an. Aber Moment. Er wollte plötzlich 240 $ haben. Oha! Auf diese Größenordnung war ich schon vorbereitet, es kam aber trotzdem etwas plötzlich. Zu den 18$ für den Zoll kamen noch 94$ für den Betreiber des Lagerhauses (Kenian Airlines), Festpreis. Nicht schlecht für 100m Transport übers Flugfeld in das Lagerhaus. Was nun noch hinzukam, war die Gebühr für die Cargofirma, also das Erledigen der Zollformalitäten, carnet de passage, Lagergebühren, Taxifahrt und den Papierkram. Ich hatte mit 150$ angefangen, wir aber aber schnell klar, dass es mit nur 38$ für die Firma nicht reichen würde. Schließlich trafen wir uns bei 180$. John war eine gefühlte Stunde damit beschäftigt, alles zu besorgen und währenddessen erörterten Joshua und ich die weltpolitische Lage, auch im besonderen Kontext Afrikas. Ich erkundigte mich nach dem Engagement der Chinesen in Kenia und Ostafrika und bekam eine sehr kompetente Analyse. Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen, als er plötzlich auf die Eurokrise und das Siechtum Griechenland schwenkte. Auch Afrika ist im Bilde.

Endlich war alles erledigt und ich musste im Lagerhaus den Empfang der XBR bestätigen. Da stand sie und alles war noch dran. Ich packte in aller Ruhe alles auf, nur nicht zu schnell bewegen, der Schweiß rinnt. Umringt war ich dabei von 10 -15 Angestellten, die mein Treiben interessiert verfolgten, besonders das GPS hatte es ihnen angetan. Endlich war ich fertig und wollte starten, aber der Anlasser rührte sich nicht! Ach Mist, die Batterie war ja noch abgeklemmt. Ich verzichtete angesichts des rinnenden Schweißes auf Handschuhe und Textilhose, verabschiedete mich und fuhr los. Ich habe von Kenia nur eine Basiskarte auf dem GPS, aber schnell stellte sich raus, dass sehr viel mehr Strassen eh nicht existieren und als ganz grobe Orientierung reicht es, Strassenschilder sucht man vergebens.

Der Verkehr verdichtete sich zusehends, alles rennt über die Strasse, Blinker existieren, werden aber nicht benutzt. Immerhin werden rote Ampeln respektiert. Lastwagenfahrer haben prinzipiell Vorfahrt, vor allem wenn sie auf Deiner Spur den Überholvorgang durchziehen. Na ja, einfach etwas vorsichtiger fahren ohne den rückwärtigen Verkehr aufzuhalten (auch nicht gut). Ich komme damit gut klar, es erfordert halt die volle Aufmerksamkeit. Wenigstens wird nicht so selbstmörderisch gefahren wie im Iran <grins>.

Ich fuhr also in die gefühlte Richtung, tankte bei der Firma mit der Muschel und kaufte auch noch einen halben Liter Öl ein. Der Empfang ist überall sehr freundich: “Hello! Welcome to Kenia” etc etc. Endlich traf ich am vorgebuchten Hotel ein. Ich breitete meine Sachen aus und die Klimaanlage brachte das Zimmer beinahe zum gefrieren. Aber die muss wohl anbleiben, Mücken mögen keine Kälte. Und das Moskitonetz des Betts hat auch ein paar Löcher. Etwas ausgeruht (wie gesagt, kaum Schlaf gehabt) und anschließend an den Strand begeben, etwas Tee getrunken (tea time um 4) und das Wifi getestet. Jetzt ist es auch schon Abend und die Moskitoklamotten sind angezogen und die freien Stellen sind eingeschmiert. Einen verirrten Moskito habe ich im Zimmer schon erlegt. Warte gerade auf das Abendessen, riechen tut es schon mal sehr gut.

Morgen geht es nach Tansania!

Lift-off in 4 hours

Summary: waiting for take-off at Düsseldorf airport. Despite massive reductions in luggage weight, still some kgs too much. Had to leave back spare chain and cam shaft (too heavy). Biggest challenge ahead: getting the bike out of Kenian customs tomorrow. Now flight to Munich and connecting overnight flight to Mombasa.

Ich schreibe gerade vom Flughafen in Düsseldorf. Eingecheckt ist schon, nur die Gepäckaufgabe steht noch an. Bin mal gespannt, was sie zu meinem leichten Übergewicht sagen (des Gepäcks natürlich). Ich musste schweren Herzens die Nockenwelle und den Kettensatz zurücklassen, denn die 4 Kilo Eisen hätten einen saftigen Übergepäckzuschlag zur Folge gehabt (120€ pro Strecke). Na ja, wird so auch gehen. Mut zur Lücke! <grins>

All die Gewichtsreduktion hatte zwar Erfolg, aber so kommen immer noch ordentliche 31 kg zustande, plus 8 kg Handgepäck. Und dabei bin ich sehr sparsam unterwegs. Nur die Ersatzteile, Werkzeug und sonstiges für’s Moto sind halt ziemlich schwer.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, ich hätte was wichtiges vergessen, so a la “Haben wir zuhause das Gas abgedreht?” Bin aber x-mal durch meine Checklisten gegangen, es müsste alles dabei sein. Ist aber ein normales Gefühl, die übliche Nerviosität/Vorfreude/Spannung.

Heute Abend geht es nach München und von dort mit Nachtflug weiter nach Mombasa. Ich muss den ganzen Tag an den alten EAV Song (“Afrika”) denken:

“Ist der Massa gut bei Kassa, fliegt First Class er nach Mombasa, eh!”

Na ja, Frst Class ist es nicht, aber es wird schon spannend, wie es mir am Zollamt in Mombasa ergeht, scheint ja eine ziemliche Räuberhöhle (Bakschisch)  zu sein. Morgen dazu mehr, live aus Kenia!

Die ersten 800 km sind geschafft ;-)

Summary: trip to Munich; XBR was successfully delivered at Munich cargo airport; now heading home by train

Vorgestern ging die Aktion „Ablieferung“ los. Von der Arbeit kam ich etwas verspätet los. Da es auf dem Weg lag, schaute ich noch kurz beim GPS Laden vorbei um mich über das ausgetauschte Headset und die Tonqualität zu beschweren. Kommentar: Einen Reset machen. Das hat Zeit, in Afrika brauchte ich keine Sprachansagen, hehe. So kam ich also erst mit über einer Stunde los. Die XBR ist kein D-Zug und verlorene Zeit hereinfahren ist auf der Autobahn kaum möglich. Was soll’s. So gings es also zwischen 120-140 km/h entspannt in Richtung Süden. Bald wurde es dunkel und frisch. Bei Stuttgart wurde kurz Pause gemacht und etwas aufgewärmt. Danach wurde es aber doch etwas kalt (schnatter). Was mich die ganze Zeit beschäftigte, waren Vibrationen, die bei 130 auftreten, unter 110 ist nichts spürbar. Motor? Getriebeausgang? Oder eine ungleich gelängte Kette? Schwer zu sagen. Das Rupfen an der Kette lässt mich auf letzteres schliessen. Na gut, dann kommt für alle Fälle doch noch ein neuer Kettensatz mit. Wie gesagt, unter 110 ist überhaupt nicht zu merken. Und so schnell werde ich in Afrika selten fahren. Nachts um halb eins endlich in München angekommen. Am nächsten Morgen ging es nochmal zum Motorradausstatter, wo ich noch eine (Innen)tasche für die Alukiste kaufte. Die Scheibe wurde wieder abgebaut, denn sie ist zwar auf der Autobahn ganz praktisch, aber durch die Befestigung am Lenker erzeugt sie etwas Unruhe im Vorbau und das kann ich auf Afrikas Strassen nicht gebrauchen.

Motorbike drop-off at Munich Airport

Danach gings direkt zum Frachtterminal am Flughafen München. Die Aktion gestaltete ziemlich fix, zur Cargofirma, Motorrad zur Annahme gebracht, Batterie abgeklemmt, Gefahrgutabnahme, Papier vom Zoll abstempeln lassen, Papier an der Annahme wieder abgegeben. Noch schnell ein letzes Foto gemacht und dann mit Tasche und Helm zur S-Bahn gewatschelt. In München ist gerade Wiesn-Zeit und die Zombies treiben gerade ihr Unwesen: Heerscharen von (vermeintlich) Aufgebrezelten, bestückt mit billigen Phantasiedirndeln, junge dialektbereinigte Kerle in viel zu grossen Pseudolederhosen (aus Vietnam?) mit rotweiß karierten Hemden und als Krönung ein Halstuch dazu. Teilweise auch schon in der Trambahn mit einer Flasche Augustiner in der Hand beim Vorglühen. Mittags. Wie das dann ausgeht, kann man ein paar Stunden und etliche Maß später beobachten. Und Vorsicht! Nicht reintreten in das, was die Maßn alles noch mitgebracht haben. Es sind zu viele dieser Zombies, um sie galant zu ignorieren. Wer hätte gedacht, dass die ethnologischen Betrachtungen bereits hier beginnen.

Nachmittags bin ich ins Fotogeschäft und habe mir noch UV-Filter für die Objektive besorgt.  Ich habe nachgegeben und mir noch ein ordentliches Stativ gesorgt. Trotz Carbon schwer als das bisherige Plastikteil, aber damit wird nichts mehr wackeln. Was hilft ein leichtes Stativ, wenn es bei voller Beladung nicht das tut, was es soll: Für verwacklungsfreie Bilder zu sorgen.

Später verbrachte ich mit Stefan noch einen gemütlichen Abend im Biergarten und sah mir anschließen den letzten Rosenmüller-Film im Kino an, den bekommt man in Belgien ja wohl nicht zu Gesicht. Heute morgen gab’s noch etwas Hektik, als mir klar wurde, dass ich doch einen Zug früher gebucht hatte. Jetzt sitze ich gerade im Zug nach Norden. Morgen ist dann der Sonntag für’s Packen und abschließende Vorbereitungen reserviert.

Mehr Durchblick!

Summary: new telelens has arrived; toursticker received.

The new Sigma 120-400 mm Telezoom. The shot was obviously taken by my usual set-up.

Heute morgen gab es eine schöne Überraschung: Das am Sonntag bestellte Teleobjektiv war da! Es ist mit knapp zwei Kilo ein echter Brummer:Es war der Kompromiß zwischen Brennweite, Preis und Gewicht. Der Autofokus ist tatsächlich beeindruckend schnell und leise. Das leichte Stativ hat etwas Mühe mit dem Gewicht und schwingt nach, das bedeutet ein festeres Stativ oder Selbstauslöser…

Test picture @ 400 mm focal length. Click for bigger picture (no post treatment)

Abends musste ich dann noch ein paar Testaufnahmen machen. Ein guter Kauf. Die wilden Viecher können kommen! An das Gewicht der Ausrüstung muss ich mich halt noch gewöhnen. Es kam überraschenderweise noch ein Paket heute an: Da ich vor einigen Wochen meinen linken Koffer verlor und durch einen neueren ersetzen musste, habe ich jetzt viel Platz für einen großen Aufkleber. Das Zeug ist mittlerweile so billig, dass der Versand mehr kostet als der der Aufkleber selbst.

The tour sticker "Transafrica 2011"

Noch zwei Wochen…

Summary: Motorcycle is basically ready for the trip. Visas received. Lot of shopping done, particularly anti-mosquito stuff. Medicines purchased. Safari in Tanzania booked. Telelens for repaired camera ordered.

Puh, ein grosser Brocken ist geschafft. Die XBR ist fahrbereit. Nun gut, mir ist am Ende noch eingefallen, dass ich noch das Ventilspiel einstellen könnte, aber das ist ja gleich erledigt. Ansonsten steht sie gut da. Was wurde alles gemacht? Neue Reifen, klar. Den üblichen Service (Ölwechsel, Luftfilter, Zündkerze etc). Aber etwas besonderes gab es auch: Neue (gebrauchte) Stößdämpfer von Koni mit verstärkten Federn. Ein Gedicht! Der Scottoiler wurde mit etwas Gefrickel montiert und scheint auch gut zu funktionieren. Es kostete etwas Überwindung, um ein Loch in den Ansaugstutzen für den Unterdruckanschluss zu bohren. Aber der Erfolg überzeugt.

Neue Koni-Dämpfer und der (blaue) Schlauch des neues Kettenschmiersystems

Ich habe auch Lenkerprotekoren montiert. Es war zwar sehr mühsam und die Position ist nicht optimal, aber ich habe sie angebracht um etwaige Stürze abzufangen und den Lenker und die Hebel zu schonen. Ich habe heute noch die Lenkerscheibe montiert, die ich vor einigen Monaten gekauft hatte. Sie bietet auch etwas Schutz. Auf der Heimfahrt von München Ende Oktober wird sie mich auch etwas vor der Kälte schützen.

Eine ungewöhnliche Front für die XBR - Scheibe und Lenkerprotektoren

Die große Kiste wurde nach langer Zeit wieder angebaut und gesäubert. Damit ist das gröbste geschafft. Das Werkzeug und die Ersatzteile wurden auch zusammengesucht und zum verpacken vorbereitet.

Mittlerweile bin ich mit anderen Dingen gut vorangekommen. Die Visas für Tansania und Sambia habe ich erhalten. Das Carnet de Passage habe ich in München abgeholt. Mosquitonetz, Mückenrepellent, Anti-Mosquito-Kleider gekauft. Malariaprophylaxe gekauft. Reiseapotheke aufgefüllt. Die Safari in Nord-Tansania ist gebucht. Meine reparierte Kamera habe ich auch wieder. Bei einer Lösung für Tieraufnahmen habe ich lange hin- und herüberlegt. Schließlich hab ich mich überwunden und ein echtes, langes Teleobjektiv gekauft. Kein Pappenstiel, aber wenn man mal den wilden Tieren so nahekommt, sollen es auch gute Bilder werden.

Ein Hauch von Zelt

Summary: extreme ultralight tent purchased; visas ordered; further preparations ongoing; first contact for safari in northern Tansania.

Mittlerweile bin ich weiter vorangekommen. Letzten Samstag habe ich Campingtechnisch ordentlich zugeschlagen. Wo kauft man so was besser als in den Niederlanden. In Eindhoven wurde ich bei www.kampeermarkt.com fündig. Ich wollte ein Ultraleichtzelt ergattern und das Angebot an Zelten war beeindruckend und meine ursprüngliche Auswahl musste ich mehrmals wieder verändern. Am Ende wurde es das ehemals leichteste Zelt der Welt, das http://ultralightshop.com/nederlands/terra-nova-laser-photon-elite.html. Beeindruckende 760g leicht bekommt man eine Dackelgarage die aber hochsolide gearbeitet ist. Ich habe so eben Platz, aber das reicht auch. Das Ding wiegt genauso viel wie meine leichte Thermarest-Matte! Weitere nützliche Anschaffungen waren u.A. ein aufblasbares Kopfkissen und ein Seideninlet für den Schlafsack. Campingtechnisch bin ich jetzt fast komplett. Ich brachte auch meine Fotokamera zum Fotogeschäft, denn das Geschwinde für das Stativ ist ausgerissen. Ebenfalls wurden die Visa für Tanzania und Sambia beantragt. Der Transfer der GPS-Karten auf mein GPS scheint nach langem Gemurkse auch funktioniert zu haben. Eine erste Kontaktaufnahme bzgl. organisiertem Trip (“Safari”) in den Ngorogoro-Krater in Tansania hat hat auch schon stattgefunden. Als Motorradfahrer kommt man dort nicht rein, da zu gefährlich. Ein Millimeter Stahlblech macht manchmal den Unterschied.

Es geht voran….

Die Vorbereitungen laufen langsam heiß…ich habe den ersten Schock überwunden als mir klar wurde, mit welchen Strassenzuständen ich zu tun haben werde. Ich zerbrach mir viel den Kopf mit welchen Reifen ich fahren sollte. Stollenreifen (mit Schlauch) oder die bewährten schlauchlosen Strassenreifen? Mittlerweile tendiere ich wieder zu letzterem. Sollte ich tatsächlich einen Platten bekommen, wird es etwas komplizierter, aber so schlimm wird es schon nicht werden. Ich bekam ebenfalls einen Schock als mir das Preisniveau der ‘lodges’, also der relativ luxuriösen Unterkünfte im Busch bewusst wurde. Für das Geld kann man in Europa in den feinsten fünf-Sterne Hotels übernachten. Die Lösung heisst so oft wie möglich Camping. Das schafft eine neue Herausforderung: in den letzten Jahren habe ich aus Gewichtsgründen immer auf Campen verzichtet. Das bedeutet dass ich neue Wege bei der Gewichtsreduktion gehen muss. Klein und leicht heisst die Devise. Ich muss mir also was neues in Sachen Zelt, Brenner und Kochgeschirr einfallen lassen. Mein vorhandenes Material ist viel zu gross und zu schwer. Die schlechten Strassen und Pisten erfordern so wenig Gewicht wie möglich.

Mittlerweile habe ich bereits mein Flugticket erhalten und einen Satz GPS Karten gekauft die nach einigen Mühen nach und nach auf das GPS übertragen werden. Gestern war Großeinkaufstag in Köln. Bei Louis gab es wichtige Dinge wie Verbandskasten, Lenkerprotektoren, Reifenreparatursatz oder Öl. Jahrelang habe ich mich einem Scottoiler Kettenschmiersystem verweigert, aber nachdem ich keine Sprühdosen im Flugzeug mitnehmen kann und Louis das Set zum Sonderpreis anbot, konnte ich nicht nein sagen. Bei Saturn wurde elektronisches Kleinzeug (Speicherkarte, Kartenadapter, Kamarastativ) eingekauft und potentielle Kandidaten für ein Netbook ausprobiert. Zum Schluss ging’s zu Globetrotter wo ich zur Impfberatung ging um mich gleich gegen Typhus, Meningitis und Gelbfieber impfen liess und Vorschläge zur Malariaprophylaxe erhielt. Im Laden kaufte ich dann munter ein, vor allem Kleinzeug, das man sonst schwer bekommt. Schwerpunkt war auch hier klein und leicht. Z.b. der Esbitkocher der mit Kochgeschirr gerade mal 600g wiegt. Das reicht um Wasser heiß zu machen, dass für die ebenfalls gekaufte Expeditionsnahrung gebraucht wird. Mein Favoritenzelt konnte ich begutachten, es wird aber später gekauft. Auch hier: Klein und leicht. Heute wurden die Lenkerprotektoren an die XBR montiert, was etwas Zeit in Anspruch nahm, da erst alle Amaturen ab- und dann wieder angebaut werden mussten. Auch musste ich einen (verstellbaren) Bremshebel von einer anderen XBR ausleihen um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Das sieht schon mal gut aus. Es gibt aber noch viel zu schrauben,  z.B. die Montage des Scottoilers. Aber: es geht voran!

Der Grundstein ist gelegt….

Tickets und Transport sind bestätigt und bezahlt. Jetzt muß ich mich mal verschärft an eine ordentliche Planung machen. Ich habe bereits festgestellt, dass ich in Tanzania einige Umwege werde fahren müssen, denn einige meiner geplanten Strecken werden in Internetforen als “the worst road I’ve ever seen” bezeichnet. Da heisst es umplanen. Ebenfalls als nächstes sind meine Checklisten zu erneuern und anzupassen. Einige Dinge brauchen etwas Vorlauf, z.B. Impfungen und Visa.

Southern Africa – here I come!

Ich muss endlich mal zu Potte kommen….

Der erste Schritt ist gemacht, den Motorradtransport habe ich eben gebucht. Nach der Buchungsbestätigung werde ich auch den Flieger buchen.

Die Daten sind: 27. September 2011 Düsseldorf – Mombasa, 31. Oktober 2011 Windhoek – München

Es kann losgehen, der Startschuss zu den Reisevorbereitungen ist gefallen!

Hurra, ein Blog

Kurz gezögert, aber schnell gelöst – jetzt habe sogar ich einen ‘Blog’.

Learning by doing, irgendwie wird schon was draus. Der Grundstein für meine Reiseberichterstattung ist gelegt!