Summary: First part to Maltahöhe on good tarmac; fuelled up but couldn’t buy water as all shops were closed on Sunday morning. I started my approach to Sesriem, the gate to the famous Sossusvlei dunes in the Namib Desert. 165 km of rough road! The first 100 km it worked quite well, I gained confidence and increased my speed up to 65 km/h. The landscape changed and got very beautiful, mountains with green-yellowish plains. Suddenly the road changed. Sand and loose gravel made think of surfing, but not of motorbiking. This got dangerous now. And then the tin roof surface that rattles your fillings out. When I looked at the map for a quick moment, I overlooked a hole filled with sand and went down. Due to the large amount of sand, the bike was slowed down and crashed softly. Luckily, no damage of driver or bike was recorded. After grueling 165 km in the soaring heat, I arrived at Sesriem and changed my plan from camping to luxury lodge (there are no others). Filled up petrol and planned to enter the Park to see the sunset in the dunes. Was told that no bikes are allowed in the park. Almost went berserk, was all the rattling in vain? Finally, I could book a tour at my lodge for tomorrow morning. After improving my body hygiene, I enjoyed the sunset and had a nice dinner on the terrace enjoying the looks of the jumping wildlife and later their presence on my plate. To be surrounded by tourists that are totally disconnected from real life in this country is hard to bare after spending a couple of weeks in Africa. I take another sip, lay back and go for the African approach: relax, man. Hakuna matata.

Am morgen gab es das Frühstück, welches aus den gleichen Zutaten wie das Abendessen nur ohne gegrilltem Fleisch bestand. Die Nacht war etwas unruhig gewesen, denn der Solarkollekter tropfte andauernd auf das Blechdach, was einen Mordslärm machte. Ich zuckelte um 8 los und hatte erst noch 110 km Asphalt bis Maltahöhe vor mir. Dort tankte ich nochmal 5 Liter (man weiss ja nie) und wollte noch Wasser einkaufen. Alles war aber geschlossen (Sonntagmorgen)! Hmmm, das war etwas grenzwertig, denn ich hatte noch 1 Liter Wasser und zwei kleine Flaschen Wasser aus Kenia, die bisher immer als eiserne Reserve mitfuhren. Es stand jetzt nämlich die größte fahrerische Herausforderung der ganzen Reise an: 165 km Piste bis nach Sesriem am Rande der Namibwüste. Na ja, es würde schon alles gut gehen, denn normalerweise hätte ich noch einige Liter Wasser eingekauft, für alle Fälle. Also los!

Zaris Pass (1900m) on the piste from Maltahöhe to Sesriem

Anfangs war es sehr mühsam, sehr viel loser Schotter und Kiesspuren, die die Kiste ordentlich ins Schlingern brachten. Wie schon gesagt, unbeladen wäre das alles nicht wild, aber mit dem ganzen Gewicht am Heck ist die XBR sehr instabil wenn das Vorderrad mal aufschwimmt und die Maschine ins Schlingern gerät. Zum besseren Verständnis: Einfach mal zwei volle Kisten Bier auf einen Fahrradgepäckträger laden und dann eine Schotterstrecke fahren…Nach und nach besserte sich das Ganze und ich wurde immer mutiger. 30, 40, 50, 60, ja sogar 65 km/h traute ich mich zu fahren, sogar im letzten Gang. Die Piste war hart und die Auflage bestand aus kleinen Steinen.

On the way to Sesriem

So war das einfach und es ging gut voran. Ich kam zu einem Pass wo einige Berge auftauchten. Ab hier löste eine beeindruckende Lanndschaft mit Bergen die Einöde der Steppe ab. Die Täler leuchteten in einem gelbgrün, wie ich noch nie zuvor  gesehen hatte. Das ist schwer auf den Fotos festzuhalten. Ich riskierte ab und zu einen Blick, aber nicht zu lange, denn die Piste war schon anspruchsvoll. Man musste immer die beste und härteste Linie finden, nicht in dem Sand am Rand sich festfahren und auf große Steine Ausschau halten, die einem den Lenker aus der Hand schlagen konnten. Ich machte kurz Rast im Schatten eines Baumes und teilte mir das Wasser gut ein. In zwei Stunden war ich 75 km weit gekommen, das sah gut aus. Bisher waren mir noch ab und zu Autos entgegengekommen, aber nun war ich praktisch alleine auf weiter Flur. Nach ca. 100 km fuhr ich in eine schöne, wieder gelbgrün leuchtende Ebene, aber langsam veränderte sich die Piste.

Whooooaaaaaaaaa!!!

Mehr und mehr kamen Sand und Steine zum Untergrund dazu, bis ich am Ende durch eine Art losen Kies fahren musste. Das war jetzt aber extrem! Ich musste teilweise sogar im ersten Gang fahren und die Beine ausfahren, um die taumelnde XBR wieder zu stabilisieren. Permanente Gefahrenabwehr war angesagt, denn ich wollte die Regel Nr. Eins nicht brechen: Nicht hinfallen! Mehrere Male war ich kurz davor und konnte es gerade noch ausbalancieren. Für eine Weile ging es etwas besser und ich konnte wieder im dritten Gang fahren und einen Blick auf die Karte riskieren wo ich gerade war und wie weit es noch war, denn zum Kies gesellte sich auch noch eine Wellblechpiste, die alles käftig durchschüttelte. Dabei übersah eine kleine Senke (die einzige!), die mit Sand gefüllt war. Es ging ganz schnell. Die XBR taumelte, schaukelte sich immer auf und auf einmal lag ich auf der Nase! Himmiherrschaftzeitgreizgruzifimfalnomoineizäfixsacklzementsakrament!!! Der tiefe Sand  hatte die Maschine so weit abgebremst, dass ich nur noch mit ca. 10 km/h sanft in den Sand fiel. Schnell, schnell, der Sprit läuft schon aus dem Tank! Diesesmal einen geraden Rücken gemacht und die XBR an der Kiste gepackt und wieder hochgewuchtet. Puh! Nix passiert, der Sand war Fluch und Segen zugleich. Alles noch heil. Jetzt hatte ich langsam die Faxen dick, aber die Piste machte keine anstalten sich zu bessern. Wellblech! Normalerweise sollte man schneller fahren, aber durch die Spurrillen aus Kies war dies nicht möglich.

Schüttelschüttelschüttelschüttelschüttelawawawawaawawawawawawawawawawawawaawawww.

Noch 30 km, noch 20 km, noch 15 km…die Sonne brannte jetzt erbarmungslos herunter. Schließlich kam ich an die Abzweigung nach Sesriem, das noch 12 km entfernt war. Man kann sich meine Überraschung vorstellen, als mir plötzlich ein Reisebus entgegenkam. Hier zweigte die direkte Route nach Windhoek ab, von der haufenweise Touristen in die Wüste gekarrt werden. Das letzte Stück war wieder etwas besser und ich konnte wider mit 50 km/h fahren. Ich sah ein Schild zum „Desert Camp“ und hoppelte dorthin. Ausgebucht! Ich wollte eigentlich campen, aber bei der Bullenhitze war die Aussicht das Zelt aufzubauen nicht besonders attraktiv. Wie so oft nach solchen Gewaltaktionen seht man sich nach einem kühlen Zimmer mit einer Dusche und einen Haken, um die stinkenden Klamotten auslüften zu können. Ich sah das Schild zum „Sossuvlei Lodge“ und dachte „na komm, was soll’s“. Ich wusste, dass hier alle Unterkünfte astronomisch teuer sind, deshalb überraschte mich der ausgeschriebene Preis nicht so sehr. Da muss man taktisch vorgehen. Ob sie noch ein Zimmer frei hätten. Ja, haben sie. Welcher Preis? Aha… Und wieviel kosten zwei Nächte? Moment, da muss ich fragen. OK bei zwei Nächten 30% Rabatt. Na also, geht doch. Ich wurde gleich massenhaft von deutschen Touristen angequatscht, woichdennherkämewielangedieReiseschongehtobessehranstrengendseirhabarberrhbarberrhabarber

Ich bekam für den Gegenwert von vielen Tankfüllungen ein Bad mit angeschlossenem Schlafzelt. Und Klimaanlage. Das muss man sich vorstellen: Ein Zelt mit Klimaanlage. Aber erst noch zum Tanken. Gegenüber befand sich eine Tankstelle mit Shop und Solarstrom-Internetcafe. Ich brachte dort meinen Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht und starrte auf die Temperaturanzeige: 43°C! Das konnte nicht stimmen, oder? Ich fuhr dann rüber zum Nationalparkeingang um mich über die Einlasszeiten zu erkundigen, da ich heute Abend noch gerne zu den berühmten Dünen gefahren wäre um die Abendstimmung einzufangen. Die Öffnungszeiten wären von Sonnenaufgang bis –untergang. Mist, man konnte nur zu anderen Zeiten dort rumfahren, wenn man auf dem Zeltplatz innerhalb des Parks war. Na gut, kleine Abstriche muss man machen. Ach ja, ich sei doch Motorradfahrer, oder? Motorräder dürfen in den Park nicht einfahren.

WAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAASSS???

Wenn es kein Mädchen, sondern ein Kerl gewesen, hätten sie mich von ihm trennen müssen bevor ich ihn erwürgte. Das darf doch nicht wahr sein! Ich schaukle und schüttle mir stundenlang die Seele aus dem Leib und dann darf ich nicht zu den Dünen??? Und jetzt?? Ich könne ja versuchen zu trampen. WAS? 65 km trampen, zwischendurch aussteigen, die Dünen hochlaufen, weitertrampen, im Dead Vlei rumwandern, wieder zurücktrampen….Geht’s noch? Da muss es doch eine andere Lösung geben. Das Gör hatte keine Ahnung. Erst die Vermittlung von anderen Touristen mit ihren Kollegen brachte zutage, dass meine Lodge auch Touren anbot.  Na immerhin, besser wie nix. So wird es leider nix mit dem Bild der XBR vor den Dünen. Auch fährt die Gruppe vom Zeltplatz bereits um halb sechs morgens los, während die anderen bis halb sieben warten müssen (und den Sonnenaufgang verpassen). Das verstehe wer will. Zurück in der Lodge erstmal die Tour morgen gebucht und im Zimmer die Motorradklamotten vom Leib gezerrt. Der Duft der Hose im warmen Zustand ist ja schon betörend, aber der Geruch der Fahrunterhose lässt sich am besten mit „beissend“ beschreiben. Ich werde wohl morgen den Wäschedienst in Anspruch nehmen müssen. Ich verzog mich mit dem Netbook in die Lounge, schlürfte Wasser und Tee und schrieb Artikel.

Sunset at Sossusvlei Lodge

Abends machte ich noch Fotos vom Sonnenuntergang und genoss das Abendessen auf der Terrasse. Das Buffet war im Preis sogar inbegriffen, das relativiert doch etwas. Ich bekam endlich meinen Salat. Ach ja, und dann musste ich nich natürlich vom Wild probieren: Zebra, Oryx und Impala. Sehr schmackhaft, da kann ich die Löwen schon verstehen. Sitze beim Schreiben auf der Terrasse und sehe den Schakalen zu, wie sie ums Haus schleichen.

Desert sky at Sosussvlei Lodge

Es ist schon etwas seltsam, die üblichen Touristen mit ihren Problemchen um sich zu haben. Sie werden hierher katapultiert und haben von der Lebenswirklichkeit im Land keine Ahnung. Ich musste mir beim Abendessen die Problem einer Deutschen mit ihrer Krankenversicherung vom Nebentisch aus anhören. Stöööööhn. Das ist irgendwie schon skurril. Anstelle den Sonnenuntergang, die romantische Atmosphäre, die vorbeispringenden Antilopen, den Sternenhimmel zu geniessen muss so eine akustische Umweltverschmutzung sein…na ja, ich nippe am Bier, lehne mich zurück und nehme es auf die afrikanische Art: relax, man. Hakuna matata.

Springbok to Mariental

Summary: Again, I made use of the internet connection in the morning and uploaded as many pictures as possible. While loading the bike, it fell over and bent the brake lever and smashed the right mirror support. Stupid git! I have to drive without right mirror now. I got rid of my South African Rand just to find out at the Namibian border that had needed them to pay the Namibiann road tax. I had to get some money from an ATM first to be able to pay the tax. Beyond the Orange River, the land was very arid and completely dry. The distances are huge and the villages small, only a couple of buildings with a petrol station. In Grünau, I got fuel and withdraw some money from an ATM that gave me…South African Rand! I reached Mariental in the late afternoon and spent the night in the simple, but clean Hotel Mariental that also disposed of a gambling hall, a discoteque and maybe even a brothel (the were some indications, but I did NOT investigate further).

Morgens lud ich noch einige Bilder und frühstückte im rosafarbenen, reich dekoriertem Frühstücksraum. Ich belud das Motorrad mit der grossen Tasche und merkte dass der Sandboden auf dem Parkplatz dem Hauptständer  wieder wenig Halt bot. Für den Augenblick dachte ich es würde schon gehen, aber als ich mich gerade kurz umdrehtte, um die Tasche hochzuheben, machte es BOF und die XBR war eingesunken und umgefallen. Mistmistmist! Ich versuchte panisch, sie wieder aufzurichten, denn der Tank war voll. Bei über 250 kg Gewicht ist das nicht so einfach und ich hatte dann noch den ganzen Tag Rückenschmerzen. Die Lenkerprotektoren hatten nicht verhindert, dass der Bremshebel verbogen wurde. Er war so verbogen, dass er am Protektor striff und die Bremse blokierte. Zum Glück war es ein verstellbarer Hebel und ich kann wenigstens weiterfahren. Der Spiegel fiel zu unglücklich, dass er nicht verdreht wurde sondern an der Armatur abbrach. Fahre jetzt ohne den (bei Linksverkehr wichtigen) rechten Spiegel. Himmiherrschaftzeitgreizgruzifimfalnomoineizäfixsacklzementsakrament!!! So was von überflüssig und dumm! Der Lenkerprotektor hat nicht viel genutzt, aber das stand auch in der Anbauanleitung, das Plastik verschiebt sich einfach. Wenigstens war sonst nichts wichtiges beschädigt. Ich ging zur Rezeption wo ich noch mit der älteren Besitzerin und dem Geschäftsführer (Hugh Grant look-a-like) plauderte. Ich wollte meine südafrikanischen Rand noch loswerden, denn nach dem Desaster in Zambia (ich habe immer noch 40€ in Kwacha und bekomme sie nicht getauscht) sollte mir das nicht nochmal passieren. Ich bezahlte also einen Teil meiner Rechnung in bar und den Rest per Karte. Ich dachte, besonders schlau gewesen zu sein. Am Parkplatz traf ich ein südafrikanisches Pärchen, das mit einer Africa Twin zum Fish River Canyon wollte. Der Kerl hatte von Motorrädern keine Ahnung und ich musste ihn aufklären, welchen Reifentyp (schlauchlos) er drauf hatte. Die Kombination aus zwei Personen mit Gepäck und Schotterpiste bis zum Canyon garantiert eine steile Lernkurve. Ich kam erst um 10 Uhr los und hatte noch 120 km bis zur Grenze. Da ich am Abend immer volltanke, kann man am kühleren Morgen immer gleich ein paar Kilometer machen. So erreichte ich nach einer guten Stunde und musste das südafrikanische Prozedere aus Grenzpolizei, Zoll und normaler Polizei durchlaufen bevor ich den Laufzettel bekam, der an der letzten Konstelle überprüft wurde. Während ich von ihrem Kollegen inspiziert wurde, fragte mich eine Beamtin auf sympatische Weise über meine Reise aus und machte dabei ein neidisches Gesicht.

The border between South africa and Namibia: The Orange River

Endlich durfte ich auf die Brücke über den Orange Brücke um auf der anderen Seite ins namibische Grenzhäuschen zu gehen. Pass und Zoll waren gleich erledigt, aber ich musste noch zu einer Stelle um eine „road tax“ zu bezahlen. Das macht 140 namibische Dollar. Äh, habe ich noch keine, kann ich auch mit US Dollar bezahlen? Geht nicht, aber mit südafrikanischen Rand.

[…]

Na super, jetzt hätte ich sie gebraucht, die Rand. Was nun? Ich müsse zur Ortschaft und Geld holen. Die Dame lief mit mir zum Gate und erklärte ihren Kollegen, dass ich gleich wieder zurückkäme. Ein Polizist fragte mich noch beim losfahren, ob ich einen Führerschein hätte. Ich verkniff mir die patzige Antwort „nein, ich fahre durch Afrika ohne Führerschein, weil das mehr den Kick gibt“. Zum Glück wollte er nix über die Versicherung wissen, denn die letzte gültige Versicherung, die ich erworben hatte war…äääh…für Zambia. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle, dort sollte es ein ATM (Geldautomat) geben. Gab es. „Out of order“. Ich konnte aber an der Tankstellenkasse mir per Karte was auszahlen lassen. Also zurück, gezahlt und hinein nach Namibia. Überraschen war der plötzliche Wechsel von Steppe zu Wüste.

Dry country - Namibia

Berge, Sand und Steine. Erst nach und nach gab es wieder Gebüsch und mal ein paar verhutzelte Bäume. Zwischen den „Ortschaften“ gibt es praktisch nichts, mal ein paar Abzweiger zu verstreuten Gehöften, und die Ortschaften selber sind eine Ansammlung von ein paar Häusern mit einer Tankstelle, die einen kleinen Shop hat. So tankte ich in Grünau (vom Grün ist in dieser trockenen Jahreszeit nicht viel zu sehen) und verspeiste einen Steakburger, der frisch zubereitet wurde. Ich suchte den ATM auf um mir endlich namibisches Geld zu besorgen und was spuckt der Automat aus? Südafrikanische Rand! Ich war sprachlos. Ich wusste ja, dass es zwischen süsafrikanischem Rand und namibischen Dollar Währungsparität gab, aber dass sie austauschbar waren, ds hätte ich nicht gedacht. Auf der Strecke fuhr ich wieder meine konstanten 120 km/h und kam so gut voran. Trotzdem wurde ich wieder ordentlich von den zahlreichen weißen Geländewagen überholt.  In Keetmanshoop, bereits nach 165 km, tankte ich wieder, denn die Tankstellen sind dünn gesät und man muss genau planen bis zu welcher Ortschaft es reicht. Die letzte Etappe (230 km) nach Mariental zog sich etwas, es war bereits später Nachmittag, ordentlich heiss, die Landschaft wenig abwechslungsreich und der Hintern ordentlich weichgekocht. Auf einmal glaubte ich, dass sich meine Optik verschoben hatte: Der Horizont war schräg! Nein, es lag nicht am Seitenwind oder am ausgedörrtem Hirn, das Land fiel tatsächlich von einer zur anderen Seite ab. Ein Blick auf die Höhenlinien der Karte bestätigten das. In Mariental quartierte ich mit im „Hotel Mariental“ ein, ein sehr einfaches, aber sauberes Hotel mit allem was man braucht. Mit angeschlossener Gambling Hall und Diskothek. Beim Abendessen fragte ich mich, ob nicht noch ein weiterer Geschäftszweig angeschlossen war, als ich die aufgebrezelten Damen sah. Ich konnte beim Essen zum erstenmal Leute in einer Klicksprache reden hören, das ist schon interessant wie man so schnell sprechen und dazwischen diese vielen Schnalz- und Klicklaute produzieren kann. Ich verdrückte einen „Mixed Grill“ mit gegrilltem Fleisch, Bacon, Boerewors, Spiegelei und Pommes. Langsam steigt bei mir das Bedürfnis nach leichter Kost.

Cape Town to Springbok

Summary: Riding day. Left Stellenbosch and rode through the vineyards. Went north through wheat fields, still in fresh air. Bit by bit, the landscape changed and became a hot desert again. After 600 km, I stopped in Springbok at Annie’s Guesthouse, a cosy B&B and finished some posts.

Am Morgen kam ich erst um 9 los, im voller Montur, d.h. mit Innenjacke und Innenhose, denn es war relativ frisch draussen. Ich fuhr durch die Weinberge bis nach Welmesbury, wo ich nochmal tankte bevor es auf die N1 in Richtung Norden ging. Das sightseeing war vorbei, jetzt galt es Kilometer machen. Es war bewölkt, die Landschaft war immer noch von Weizenfeldern geprägt. Weizen, Weizen, überall Weizen. Nach einer Stunde hörten die Felder auf und es wurde karger. In der Gegend um Citrusdal gab es tatsächlich Orangenbäume. In Vanrhynsdorp tankte ich nochmal und zog das Innenfutter aus, es wurde wieder warm und sonnig. Die Landschaft wurde wieder arider, trockene Ebenen mit Hügeln und kleinem Buschwerk.

Namibian farm names, e.g. "Lost hope"

Die Namen der Höfe oder Weiler, die ausgeschildert waren, waren sehr aussagekräftig. Paradies“ oder „Friedensbach“ sind ja ganz nett, aber wer nennt seinen Hof schon „Quer-im-Weg“ oder „Mut verloren“? Es wurde wieder ziemlich warm und das Präriefeeling stellte sich wieder ein. Ich befand mich im Namaqualand. Mein Ziel war nach 600 km Springbock, das ich gegen 5 Uhr erreichte.

I had never seen rocks like these - where are the glaciers that formed them???

Ich quartierte mich bei Annie’s Cottage ein, einem hübschem B&B das sehr viel „schnuckelige“ Dekoration aufweist. Ich verbrachte den Abend noch damit Berichte zu schreiben und Bilder zu laden. Zwischendurch ging ich mal ein ein Steakrestaurant.

Cape Town

Summary: In the morning it took me a while to upload last article so I left late from the hotel; day trip to Cape Town; first I looked for a place to change my back tyre, I was sent by the Honda garage to a motorgear shop that also changed tyres. Went back to the city and visited the District Six Museum. District Six was a quarter of people from many different origins and was demoslished to enforce the Apartheid policy as the area was declared a “white” area. Changed some money and visited the waterfront, the touristic harbor area with shops and restaurants. The clouds disappeared and I had a clear view on the Table Mountain that dominates the skyline of the city. I decided to drive alone the coastline and visited the vinery “Groot Constantia” where I tasted some wines. The lady that served me turned out to be German so I got to taste also the special wines that were not included in the tasting. This took so long that my visit to the Table Mountain had to be canceled, but this short trip was anyway a teaser, I’d have to come back another time. I drove back to Stellenbosch and had dinner in “De Stomme Jong” (The stupid boy) where I got acquainted to a local couple at the next table and we had an interesting talk in Afrikaans and Flemish and much to my surprise this worked out quite well. Cosy place.

Nach dem Frühstück versuchte ich den Artikel vom vorletzten Tag in der Pension hochzuladen, das dauerte aber quälend lange und so kam ich erst sehr spät aus dem Haus.

Vineyards at Stellenbosch

Ziel war heute ein Besuch in Kapstadt, das ca. 50 km im Westen von Stellenbosch liegt. Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich direkt auf den Tafelberg zufuhr. Ich war mir dessen erst nicht bewußt, da er in Wolken lag. Ich fuhr direkt in die City hinein um die Honda Werkstatt aufzusuchen. Während der Fahrt fiel mir schon auf, welche herausragende Lage die Stadt zwischen dem Meer und dem Tafelberg hat. In der Hondawerkstatt machten sie ob der XBR grosse Augen (hatten sie noch nie gesehen).

Pit stop in Cape Town

Zum Reifenwechsel hatten sie keine Zeit, schickten mich aber in eine Werkstatt, die dies aüßerst fix und kompetent erledigte. Der Reifen hatte zwar noch knapp 2 mm Profil, ich würde ihn aber komplett abfahren und müsste irgendwann wechseln. Dann lieber hier in einer guten Werkstatt das tun und mit gutem Reifen auf die Schotterpisten Namibias gehen.

District Six Museum

 

Ich fuhr zurück ins Zentrum und fand nach einigem suchen das District Six Museum. Es erzählt von der Geschichte des Viertels Distrikt Six, das in den Sechziger und Siebziger Jahren dem Erdboden gleichgemacht wurde, um die Rassenideologie der Apartheid in die Praxis umzusetzen.

Das ehemals bunte Viertel, in dem Menschen verschiedenster Herkunft lebten, war von der Regierung als „weißes“ Viertel deklariert worden und alle Bewohner und Häuser mussten weichen. Das Museum steht als Symbol für Absurdität und Brutalität mit der die Apartheid in die Realität umgesetzt wurde, aber auch für den Prozeß der Versöhnung, der in den Neunziger Jahren eingeleitet wurde.

Seals in the harbour

Anschließend schaffte ich es, einige Dollars  in einer Bank zu wechseln um wieder flüssig zu sein. Ich fuhr zur Waterfront und spazierte etwas durch das Hafenviertel, das so richtig herausgeputzt war.

Etwas für Touristen, denn es wurde kontrolliert, wer da alles hineinging. Ich liess mich im Hafen nieder um was zu Mittag zu essen, da war der Tafelberg plötzlich wolkenfrei!

The Waterfront

Ich plante, erst etwas an der Küste entlang nach Süden zu fahren, auf der anderen Seite des Berg ein Weingut zu besuchen und dann zurück zum/auf den Tafelberg zu fahren.  Die Küste war sehr hübsch und beim photpgraphieren der „Twölf Apostel“ (der Westseite des Tafelbergs)  wurde ich plötzlich von einem Autofahrer angesprochen, ein deutscher Pilot, der auf der Suche nach Arbeit in Kapstadt gelandet war.

Waterfront with Table Mountain view

Ich fuhr die Küste weiter entlang und war überrascht, wie groß die Entfernungen waren Am Ende gelangte ich zum Weingut „Groot Constantia“ um ein paar Weine zu probieren. Ich kaufte mir ein Ticket und degustierte mich durch die lange Liste (mit ausspucken natürlich). Auf einmal stellte sich heraus, dass eine der Damen aus dem Schwabenland stammte. Sie betreute mich ab jetzt und schennkte mir auch die eigentlich vergriffenen und nicht zur Verkostung freigegebenen Tropfen ein.

Coastline with the "Twelve Apostles"

Es war bald klar, dass ich den Tafelberg abschreiben musste, aber ich hätte sowieso nicht viel Zeit gehabt, da ich die Entffernungen unterschätzt hatte. Da das Weingut in Europa ausliefert, bestellte ich noch ein paar Listen Wein, der sehr passabel war.

Das es schon sechs Uhr war, machte ich mich auf den Heimweg, da es schon bald dunkel. Der Aufenthalt in Kapstadt war somit nur ein Blitzbesuch, aber es hat gereicht um festzustellen, dass es ein Grund ist, um einmal mit mehr Zeit wiederzukommmen.

Wine tasting at Groot Constantia

Zuhause in Stellnbosch spazierte ich kurz um die Ecke, eine Kneipe erregte meine Aufmerksamkeit: „De Stomme Jong“ (Der dumme Junge). Sie sah ganz gemütlich aus und so ging ich hinein. Ich wurde freundlich auf afrikaans begrüßt und auch die kurze Speisekarte war auf afrikaans. Ich wurde gefragt ob ich sie lesen könne und antwortete dass ginge schon, ich spräche etwas flämisch. Da drehte sich das Paar am Nebentisch interessiert um und begann ein Gespräch auf afrikaans. Ich versuchte es in meinem besten flämisch. Zu meiner Überraschung klappte es sehr gut, wahrscheinlich auch weil sie sich viel Mühe gaben möglichst deutlich zu reden. Es war eine sehr interessante Unterhaltung über die Sprache und das Land während ich nebenbei den „stomme Jong“ verzehrte, ein getoastetes Brot mit Wurst und viel Käsesorten und Beilagen, dazu Weiswein. Eine sehr angenehme Abend in gemütlicher Atmosphäre.

Summary: Got up late as breakfast was served after 8. I had a nice Chat with Haewon and Sanghe, the South Koreans, who even gave me a bag of fried Kudu meat (biltong) as a present. I left late and went on the picturesque “Garden Route” along the south coast. After Mossel Bay, the winds got so strong that I had huge problems not to lose control over the motorbike. I had never seen anything like this! I had to use all my force to keep the bike on the road. And then the rain came. This was a nightmare that lasted two hours. In Swellendam, I fuelled up and as the weather was OK again, I could turn to the most southern point in Africa, the Cape Agulhas. This 100 km detour was worth it. Beyond the horizon, there was the South Pole! The atmosphere with clouds, sunshine, rolling hills with wheat fields was spectacular. After Lowry’s Pass, the landscape changed and I was in the wineland country with vineyards in front of the mountains. In Stellenbosch, I found a cozy Pension and I had platter with steaks of Kudu, warthog and sprinkbok. Interesting, but tasty!

The nice garden of the guesthouse Inyathi

Am morgen wurde „ausgeschlafen“, da es erst Frühstück um 8 gab. Ich hatte also genügend Zeit zum packen und aufsatteln.

Haewon and Sanghe from Pusan, South Korea

Beim Frühstücken traf ich wieder Haewon und Sanghe, die Südkoreaner, und wir unterhielten uns noch lange. Sie schenkten mir sogar eine Tüte mit Kudu Biltong (getrocknetes Kudufleisch, ist nicht schlecht), das für den asiatischen Gaumen wohl etwas zu ungewöhnlich ist. Ich kam erst um 9 Uhr auf die Piste und fuhr die „Garden Route“ an der Küste entlang. Es gab einige sehr schöne Ausblicke und man fühlt sich zum Teil wie in Europa. Eine Art mediterranem Norwegen. Wenn man dann aber aufs Meer blickt und bedenkt, dass die nächste Küste die der Antarktis ist, ist das schon etwas seltsam.

The Garden Route, SA's south coast

Hinter Mossel Bay wurde das Wetter zusehends schlechter. Es wurde bewölkt und ein Wind kam auf. Und was für einer! Teilweise lief die XBR nur noch 90 – 100 km/h. Auf ebener Strecke! So stark war der Wind, wenn er von vorn blies. Nach und nach wurde er immer stärker, was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn nicht die Böen  gewesen wären. Das wurde richtig übel! Ich habe ja schon einiges erlebt, aber das sprengte alle Rekorde. Wenn es einen richtig erwischt, hat man das Gefühl, dass das Vorderrad gleich wegrutscht. Der hohe Aufbau mit der Kiste, dem Tankrucksack, den Koffern und dem Fahrer ist wie eine Schrankwand, wenn der Wind von der Seite kommt. Ich fuhr nicht nur mit permanenter Schräglage, sondern auch dauernd Schlangenlinien. An einer exponierten Stelle musste ich auf 50 km/h herunterbremsen. Ich hielt an, weil ich mir sicher war einen Platten zu haben. Aber nein, es lag an den Böen! Ich musste mit vollem Körpereinsatz fahren: Den Oberkörper auf den Tankrucksack gelegt, um möglichst viel Gewicht auf das Vorderrad zu bringen, die Knie fest an den Tank gepresst und den Lenker fest zum Körper gezogen. So konnte ich das Aufschaukeln in Grenzen halten, es kostete aber viel Kraft Nach einer halben Stunde taten mir schon alle möglichen und unmöglichen Muskeln weh, da ich nicht locker lassen konnnte, damit mich eine Böe nicht unvorbereitet  trifft.  Schnell kam ich auch nicht voran, denn 70-80 km/h waren schon sehr mutig. Zu langsam wollte ich auch nicht werden, denn die Kreiselkräfte der Räder stabilisieren das Fahrzeug und wirken der Seitenkraft entgegen. Klingt einfach in der Theorie, da muss man sich aber gannz schön zusammennehmen, um es in die Praxis umzusetzen. Die Strasse führte nach und nach etwas mehr ins Landesinnere und die Stärke der Böen nahm etwas ab, sodass ich auch mal zwischendurch die Anspannung etwas lösen konnte.

Schlimmer konnte es auch doch gar nicht werden, oder?

Nun ja, es kann.

Denn dann kam der Regen.

Na toll. Noch weniger Seitenführungskräfte für das Vorderrad! Ich hatte zum Glück bei den ersten Tropfen gleich reagiert und mir die Überschuhe über die nicht mehr wasserdichten Stiefel gezogen. Aus den Koffern kramte ich die (aus Versehen mitgenommenen) Winterhandschuhe heraus. Ich war froh, bereits am Morgen die Innenhose und –jacke angezogen zu haben. Jetzt schüttete es auch noch wie aus Eimern. Waren das die vereinzelten Schauer aus der Wettervorhersage?

Wind, rain & sunshine

Wie sieht das dann aus, wenn es mal richtig schlechtes Wetter hat?? Ich verstand auf einmal, warum das Kap Hoorn bei den Seefahrern so gefürchtet war. Das bedeutete, das ich mir die Südspitze Afrikas, das Cape Agulhas, abschminken konnte, denn bei diesem Wetter war der 100 km Abstecher aberwitzig.

Auf einmal hörte der Regen auf um nach einer Pause wieder loszuprasseln. Meine gute Rukkakombi war wunderbar dicht, aber bei so starkem Regen läuft es irgendwann in den Kragen und ich fühlte die Feuchtigkeit langsam eindringen. Zum Glück wurden die „Schauer“ weniger und auch der Wind mäßigte sich nach und nach von „Sturmböenstärke“ auf „steife Brise“.

Wheat fields at the southcoast

Auf einmal konnte ich wiedder die Landschaft wahrnehmen, die sehr ansehnlich wurde, viel Weizen auf den Hügeln und das Küstengebirge dazu im Hintergrund.

Es wurde wieder Zeit um wieder zu tanken, wie immer lieber zu früh da zwischen den Ortschaften nicht viel Chance auf Benzin besteht. In Swellendam füllte ich auf und beschloss eine Mittagspause zu machen. Es gab wieder Wimpy Burger, da gleich um die Ecke. Ich sah mir die Karte genauer an, von hier könnte ich zum Cape Agulhas abbiegen, was 100 km Umweg bedeutete. Mittlerweile hatte der Regen aufgehört und es spitzte sogar ab und zu die Sonne hindurch. Ich beschloss es zu riskieren, bei einer Wetterverschlechterung könnte ich ja immer noch umdrehen.

...and more wheat fields

Die Wolken waren noch mächtig vorhanden, dazwischen gab es aber wieder kräftigen Sonnenschein. Der Wind war immer noch sehr stark aber mittlerweise ohne die gefürchteten Böen. Zusammen gab das eine sehr beeindruckende Atmosphäre, vor allem wenn die Sonne auf die goldgelben Weizenfelder brannte und der Hintergrund noch aus schwarzen Regenwolken bestand. Ich erreichte Bredasdorp und es sah ziemlich gut aus, ich konnte also den Abstecher zum Cape machen.

Lighthouse at Cape Agulhas

Eine Weile später war ich schon am Meer und sah die hohen Wellen der starken Brandung. Und da war auch schon der Leuchtturm des Cape! Ich musste noch 1 km auf einer Piste hoppeln, und schon war ich am südlichsten Punkt Afrikas! Ich konnte es gar nicht so richtig glauben, es hatte doch noch geklappt und ich hatte früher ja nie damit gerechnet, dass ich hier einmal vorbeikommen würde. Ich schoss die üblichen Fotos und genoss den Augenblick. Dahinten liegt der Südpol!

Irgendwie surreal.

The southernmost tip of the African Continent - Cape Agulhas

Hurrrrrrraaaaaaaaaaaaaa!!!!

Zufrieden und glücklich fuhr ich wieder landeinwärts. Aber jetzt geht es wieder in den Norden und alles was noch kommt ist „Zugabe“. Ich genoss die Fahrt zurück nach Bredasdorp und dann weiter nach Caledon, denn ich hatte ein grosses Ziel erreicht und die Landschaft war beeindruckend. Ich bog wieder auf die Hauptstrasse N2 ein und fuhr über den Lowry’s Pass, der auf einmal eine neue Perspektive öffnete: Vor mir lag die Bucht, die vom Kap der Guten Hoffnung eingerahmt wurde. Das Wolkenspiel war ebenfalls beeindruckend und die Sonne tauchte das Meer in ein goldenes Licht. Zur Rechten türmten sich Berge auf, die das Land nach Kapstadt hin einrahmten. Ich tankte noch einmal in Somerset West und trat den Enspurt an.

Wine country near Stellenbosch

Es ging zwischen Weinbergen und –gütern vorbei, im Hintergrund die golden angeleuchten Berge. Nach drei Wochen quer durch Afrika war es fast zu malerisch, um wahr zu sein. Bald hatte ich mein Tagesziel erreicht: Stellenbosch, eines der Zentren des südafrikanischen Weinbaus. Ich kurvte erst etwas im Ort herum, bis ich mich für das „Boetik Hotel Eendracht“ entschied. Eine kleine, aber nette Pension, genau richtig um zwei Nächte zu bleiben. Nach der üblichen Körperpflege machte ich mich auf um noch etwas Nahrungsaufnahme zu betreiben. Ich entschied mich für ein Wild-Trio: Steaks von Kudu, Warzenschwein und Springbok. Sehr interessant. Der Springbok war sehr schmackhaft und ich liess einen großen Teil des Shiraz in der Flasche zurück, denn bei den Prozenten wäre ein schwerer Schädel vorprogrammiert gewesen. Ich hatte wieder eine ordentliche Bettschwere, denn nach so einem anstrengenden, aber beeindruckendem Tag fällt man ins Bett (schnarch).

Bin gerade in Stellenbosch bei Kapstadt und fahre heute wieder in Richtung Norden nach Namibia. Ich bin mit den Artikeln etwas im Rückstand und mit Internet wird es die nächsten Tage schwierig werden. Wird alles nachgereicht, nur Geduld 🙂

I am in Stellenbosch near Cape Town and I’ll be driving north to Namibia today. I’m behind schedule with my articles and it will be difficult to have Internet in the next days. Just be patient 🙂

Summary: Day of small technical problems. Head light bulb broken; speedometer transmission is worn so no function anymore; assumed a dying battery, but it’s only a bad contact problem. Drove hundreds of kilometers through Wild West looking country until the cooler winds indicated that I was approaching the coast. The GPS has only a very basic map of SA, so it sent me erroneously into a township. I came to coastal mountains (Little Karoo) and passed a beautiful canyon. Landscape became very scenic now with lots of green spots, sheep and ostriches. Made a good pace, but the last pass to my destination (Knysna, at the southern coast) gave me a big surprise: the tarmac road ended here and the sign said „Knysna 84“! This was next to the village AVONTUUR („Adventure“). I had no other choice. I had less than two ours of daylight, only a little bit of fuel and a bumpy gravel road in front of me. Let’s do it! Remember rule #1: don’t fall! The road was very scenic but I was more and more distracted by the fact that I didn’t make a lot of progress in getting closer to the coast and that I was definetely running out of petrol. One and a half bumpy hours later I had tarmac under my wheels again, but still no petrol. The first station had run out of fuel, so it was getting really tight now. In the end I made it to Knysna with approximately less than 0.5 L in the tank left. I found a beautiful accomodation in the Guesthouse Inyathi with a beautiful garden. I had some nice seafood (recommended by the guesthouse) and my first bottle of wine in weeks. At the return to the guesthouse, I got acquainted with a very nice couple from South Korea who even have me a flag sticker of South Africa for my panniers.

Am Morgen wartete ich bis um sieben bis das Frühstücksbüffet eröffnet wurde. Aufgepackt und gezahlt war schon. Die Überraschung wartete danach: Es war nicht im Zimmerpreis enthalten (und relativ happig). Na toll. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich bereits wie am Vortag um 6, halb sieben los. Heute wartete erneut eine lange Strecke auf mich, wenn auch nicht so lange wie am Vortag. Ich machte noch schnell ein Bild von der Tiefsten-Loch-der-Erde-Museum und düste los.

I expected some cowboys crossing the street...

Um es vorwegzunehmen: heute war der Tag der kleineren Wehwehchen der XBR. Es fing damit an, dass der Faden des Abblendlichts durchgebrannt war. Na ja, nicht so schlimm, das fällt unter normalen Verschleiß, bei dem vielen Geschüttel auf so einer Reise ist das ja auch kein Wunder. Kurz nachdem ich aus Kimberley draussen war, fiel mir auf, dass sich der Tacho nicht mehr drehte. Aargh! Ist die Tachowelle kaputt? Ich wollte eigentlich eine als Reserve mitnehmen, nachdem das aber so selten passiert und nicht für’s fortkommen wichtig ist blieb sie zuhause. In der nächsten „Stadt“ sah ich eine Schnellreparaturwerkstatt, die konnten aber nicht schweißen/löten.

"...I'm a poor cowboooy, and a long way from hoooome...."

Zwischen den Siedlungen liegen große Weiten, so um die 50 km, und man bekommt ein Gefühl, irgendwo in den Staaten unterwegs zu sein. So stelle ich es mir zumindest vor. Prärie, und sogar ein paar Berge sorgten für diese Atmosphäre. In Britstown tankte ich zum erstenmal und erspähte einen Hinweis auf eine Werkstatt. Dort hatten sie aber kein Gas für einen Brenner (was für eine Werkstatt ist denn das?) und schickten mich zur nächsten. Dort trug ich mein Anliegen vor, fand Gehör und wollte aber erstmal überprüfen ob es tatsächlich die Welle war. Sie war es nicht! Der Zapfen der Tachoschnecke drehte sich nicht. Ich baute also das Vorderrad aus um an die Tachoschnecke zu kommen. Dort erspähte ich das Problem: Die beiden Kunststoffzapfen, die durch die beiden Dorne in der Felge gedreht werden, waren abgenutzt und somit griffen die Teile nicht mehr ineinander. So was! Vermutlich ist das noch eine alte Schnecke. Das kommt davon, wenn man alle möglichen Teile am Motorrad hat und keine Aufzeichnung über die jeweilige Laufleistung hat. Na gut, da kann man nichts machen, das kann ich erst zuhause reparieren. In der Praxis ist es aber nicht so schlimm, weil ich ja noch die Geschwindigkeitsmessung über das GPS habe. Ich baute zusammen und düste weiter. Prärie. Ich schoss ab und zu ein paar Fotos. Dabei stellte ich manchmal den Motor ab. Auf einmal rührte sich der Anlasser nicht! Ja was? Da stimmte was nicht. Sollte die Batterie in die Knie gehen? Hier zeigt sich wieder einmal eine der Stärken der XBR. Kein Anlasser? Kein Problem, dann wird eben angekickt. Im Laufe des Tages wurde mir klar, dass es sich nicht um eine kaputte Batterie handelte, sondern nur um einen schlechten Kontakt an den Batteriepolen. Kann mal vorkommen. Wie gesagt, bei dem dauernden Gerumpel. Ich düste weiter durch die Prärie. Was hatte ich vor vier Wochen geschrieben? „Wie gesagt, unter 110 ist überhaupt nicht zu merken. Und so schnell werde ich in Afrika selten fahren.“ Ich düste mit Rückenwind meine 130 km/h und kam gut voran. Auf einmal drehte sich der Wind und es wurde kühler. In Beaufort West (ja, hier war es windig) tankte ich wieder und machte eine Pause bei Wimpy Burger (was für ein Name!). Ich hatte bereits meine ersten 500 km hinter mir und nun fehlte noch das Stück bis zur Küste.

Typical suburbs before entering any town.

Das GPS hat für Südafrika nur einen sehr rudimentären Kartensatz und so lotste mich das Navi nicht in Richtung Oudtshoorn, sondern mitten in ein Township! Apropos,die Städte sehen hier immer sehr ähnlich aus: Bevor man ins Zentrum kommt, durchquert man erst Wellblechsiedlungen, dann Siedlungen mit einfachsten Häusern. Dass dort keine Weißen wohnen, überrascht nicht. Auch nach zwanzig Jahren „neuem“ Südafrika sind die sozialen Grenzen innerhalb der Gesellschaft noch sehr deutlich.

Endlich fand ich die richtige Abzweigung und fuhr nun Richtung Süden. Ungefähr 150 km, dann tauchte ein Gebirge auf und die Landschaft wurde richtig hübsch. Karoo mountainsAuf einmal befand ich mich in einer Schlucht, wie sie auch in Südfrankreich oder Spanien sein könnte. Ds war auf einmal richtig was fürs Auge. Ich bog nach Osten ab und fand immer wieder zahlreiche Fotomotive. Straußenfarmen, grüne Felder, Schafe usw. Ich war gut in der Zeit und ich bereits 700 km hinter mir. Das sah gut aus, ich würde bis an die Küste kommen und dort noch etwas entlang fahren könnten. Ich hatte meine extrem grobe Karte von Afrika im Tankrucksack („nach Genua sind’s nur 12 Millimeter“) und dort war ein Straße über das Küstengebirge nach Knysna am Meer abgebildet. Ich fuhr darauf zu und sah den Wegweiser „Knysna 84 km“. Alles wunderbar. Allerdings: Plötzlich hörte die Teerstrasse auf! Die dazugehörige Ortschaft hieß „Avontuur“ (Abenteuer). Das hätte ein klarer Hinweis sein müssen. Was nun? 80 km Piste??? Prince Hatte ich eine Wahl? Der Umweg wäre riesig und soviel Benzin hatte ich nicht mehr im Tank. Die Schotterpiste sah ganz gut aus, mir blieben noch zwei Stunden bis zum Sonnenuntergang. Das sollte reichen. Also los. Die Strecke war wunderschön. Tolle Aussichten. Schluchten. Schöne Landschaft. Nur: die Strasse wurde rumpeliger, da sie sich durch das Gebirge windete.

Scenic, but bumpy

Um auf dem Navi zeichnete sich kaum ein Fotschritt ab. Und dann musste ich bereits nach 275 km auf Reserve schalten! Das würde eine knappe Angelegenheit werden! Ich wurde unruhig. Immer noch war auf dem GPS kaum ein Vorankommen festzustellen. Eigentlich hätte die Strasse langsam zum Meer abfallen sollen. Es ging aber immer noch bergauf bergab durch das Küstengebirge. Jetzt wurde ich echt nervös. Ab und zu gab es eine kleine Siedlung oder kam auch mal ein Auto entgegen, das war schon mal gut. Bitte jetzt keinen Platten! Aber das Ziel kam nur sehr langsam näher. Die Straße wurde wieder etwas breiter und ich nutzte es um mit 60 km/h im letzten Gang möglichst viel Benzin zu sparen. Es wurde mir klar, das ich mindestens 50 km auf Reserve fahren musste. 60 km/h auf Schotterstrasse ist normal nicht so das Problem. Bei dem Gesamtgewicht, dass ich aber durch die Gegend fahre, ist das sehr mutig. Die Spannnung stieg. Der Sonnenuntergang setzte langsam ein. Da! Nach 70 km kam wieder eine Teerstrasse! Jetzt laufen lassen. Durch die Wellblechsiedlungen auf die Hauptstrasse. Wo würde die erste Tankstelle auftauchen? Da war schon eine. Ich fuhr dorthin und bekam mitgeteilt, dass das Benzin ausgegangen sei. Also weiter.Ich liess es 2 km den Berg hinunter rollen, für alle Fälle. Ich machte trotz der Anspannung noch ein Foto vom Sonnenuntergang über der Knysna Bay.

Sunset at Knysna Bay

Da sah ich endlich das rettende Ufer: Eine Tankstelle MIT Benzin. Es passten über 19,5 Liter in den Tank hinein. Das bedeutet, dass kein halber Liter mehr drin gewesen war. Das war knapp! Ich suchte das Hotel Irinya auf, das einen schönen Garten und viele Hütten in Holz hat. Die Begrüßng war sehr herzlich und nach einer Dusche erkundigte ich mich nach einem gutem Restaurant. Sea food war angesagt und im Restaurant Annchorage verspeiste ich ich ein platter for one mit Muscheln, Gambas, zarten Calamari und Fischfilets. Dazu gab es ein Fläschchen Chenin Blanc (DIE Traube Südafrikas). Sie war auch verantwortlich dafür, dass es zum Tippen des Tagesberichts anschliessend nicht mehr reichte. Das Pärchen, das neben mir gesessen hatte, wohnte ebenfalls in der gleichen Pension und wir unterhielten uns am Eingang noch eine Weile sehr nett miteinander. Sie sind aus Südkorea und schenkten mir eine Südafrikaflagge für meinen Motorradkoffer. Ich war so müde, dass ich es erst nicht schaffte den Fernseher auszuschalten, die 800 km Tageskilometer incl 70 km Piste und eine Flasche Wein, das streckt einen schon nieder…

Welkom in Suider-Afrika

Summary: Got up early this morning and left at half past six. Hundreds and hundreds of kilometers towards the south, pushed by overtaking cars that made me reach 140 km/h, but I still was overtaken. Speed limit is 120, but few seem to care. I passed the wealthy capital Gaborone and headed to the border in the south. When I reveal the start and end point of my trip, people shake their heads, grin and mumble. They probably think I’m nuts. At the border I had to argue with the botswanian customs officer to put an exit stamp in my carnet. In the end he gave in. I was checked on the South African side, but it was also quick. In Mafiteng I found an ATM in a flashy shopping mall. The afternoon consisted in riding through grassland, plain and vast. When people talk to me in Afrikaans, I have problems to understand them. Reading is no problem. After 950 km I was tired enough to stop in Kimberley, the famous diamond mining town. My hotel room has a view on the biggest hole in the world, a 800 m deep drill. There’s even a museum. Tomorrow, I want to reach the coast. This is a big country!

Heute klingelte bereits um halb sechs der Wecker. Kurz den Rest zusammengepackt und ein paar Kekse mit Tee gefrühstückt. Kurz vor dem Losfahren merkte ich dass ich die Handschuhe vergessen, die Magnetkarte aber im Zimmer gelassen hatte. Bis ich eine neue hatte, dauerte es etwas. Kurz vor halb sieben fuhr ich los und traf einen GS Fahrer aus Südafrika in der Stadt.

Botswana: full throttle!

Es ging gleich auf die Straße nach Süden in Richtung Gaborone. Ich gab ordentlich Gas, denn der Weg würde lang werden. Mit der Zeit wurde ich immer schneller, und das lag an den vielen Autos die mich immer überholten. Selbst bei 10 wurde ich noch überholt. Im südlichen Afrika ist das Speedlimit 120 km/h was angesichts des geringen Verkehrs kein Problem ist. Nach 240 km wurde aus Sicherheitsgründen schon mal getankt.

Sie passieren den südlichen Wendekreis

Es war richtig frisch, bis die Sonne richtig zuschlug war es schon fast Mittag. Durch Gaborone, die Hauptstadt, fuhr ich nur hindurch und staunte wie schon im Rest vom Landüber den vermeintlich hohen Lebensstandard, die vielen glitzernden Geschäfte, die vielen neuen Autos etc.  Unterwegs musste ich über einen Leichenwagen lachen, dem die mit 120 km/h vorausfahrende Polizei zu langsam war und der sie flott überholte. 40 km südlich von Gaborone, nach 510 km, wurde um halb 12 zum erstenmal beim zweiten Tankstopp eine Pause gemacht. Die Reaktion auf meine Auskunft nach dem Reiseziel und dem Herkunftsland war immer die gleiche: Ungläubiges Staunen, Kopfschütteln und ein Grinsen mit Gemurmel. Ich nehme mal an, das bedeutete so viel wie „so ein Spinner!“.

An der Grenze ging es fast nicht so glatt: Pass ging flott, aber der Zollbeamte wollte mein Carnet nicht abstempeln. Hallo? Haaalloooooo? Geht’s noch? Nein, das würden die Südafrikaner machen. Ich wurde etwas lauter, ob das hier die botswanische Zollstelle sei oder wo bin ich hier. Aber er wollte nicht. Ich sah schon eine mittelschwere Krise heraufziehen. Ohne den Stempel ist das Carnet nicht vollständig was bedeutet, dass ich zuhause meine €3000 Kaution nicht zurückbekomme. Stopp! Hiergeblieben, Stempel! Er murmelte was von Zollunion mit Südafrika. Ich erklärte ihm, das mag ja sein, aber neben jedem Einreisestempel müsse auch wieder ein Ausreisestempel stehen. Er gab irgendwann auf und haute mir den Stempel aufs Formular. Na bitte, geht doch. Auf der südafrikaischen Seite wurde ich sogar bei der Passkontrolle ausgefragt. Mein Carnet wollten sie hier nicht abstempeln. Von mir aus. Wenn es keinen Einreisestempel gibt, dann brauche ich auch keinen Ausreisestempel. An der Grenze wurde ich sogar gefilzt, war aber ganz freundlich, wurde sogar mit „Auf Wiedersehen“ verabschiedet.

North West province in South Africa....

In Mafiteng besorgte ich mir in einem schickem Einkaufszentrum etwas Geld und stellte fest, das mein Handy wieder telefonieren konnte (roaming geht wieder). Was auffiel, war neben dem westlichen Lebensstandard die vielen Securitywichtel, die alles mögliche bewachten.

Es wurde nach und nach warm und der Ritt ging weiter über weite Ebenen, die meist aus Grasland bestanden. Da kam so etwas wie Mid-West Stimmung auf. ...gives a certain 'Mid-West' feelingWarm war es jetzt auch, aber nicht mehr so brüllend. Ich liess es wieder laufen. Brumm brumm brumm. In Vryburg wurde wieder getankt und ich wurde auf Afrikaans angesprochen. Das Problem ist, das ich es zwar lesen kann, aber die Aussprache ist etwas gewöhnungsbedürftig. Ich musste auf flämisch antworten, es doch bitte auf Englisch zu versuchen. Da hinten wäre eine Dusche. Aha, stinke ich so? Aber nein, so wird hier die Autowäsche bezeichnet. Anscheinend beleidigt meine versiffte XBR das Auge. Ts!

Es waren bereits 750 km abgespult und ich überlegte, wie weit ich heute noch kommen würde. Ich hatte mit Kimberley geplant, aber vielleicht geht ja noch eine Stunde mehr. Je näher ich Kimberley kam, umso weniger verlockend wurde diese Option.

If there's water, it's green...

Zwischendurch gab es auch mal eine sehr grüne Gegend, in der sogar Olivenbäume standen. Wurde aber bald wieder vom Grasland abgelöst.

Schließlich entschied ich mich wieder für ein Protea Hotel in Kimberley, wo es wieder Internetz gibt, um Bilder hochzuladen. Stattliche 950 km reichen ja für’s erste mal.

...otherwise it's grasslands.

Ich habe ein Zimmer gegenüber dem „tiefsten Loch der Welt“, das 800 m tief ist. Es ist ein altes Bohrloch, den Kimberley ist eine alte Diamantenstadt, in der der berüchtigte Cecil Rhodes auch seine Finger im Spiel hatte (der, nach dem Rhodesien benannt wurde). Ich bin heute zeimlich müde, kein Wunder, die Hitze war geringer, aber die Sonne brennt trotzdem. Morgen sollte es bis zum Meer reichen, bin schon mal gespannt.

Heat!

Summary: Left this morning a bit later than planned. Found a Trabant next to the road. The border was quickly reached and the flying money changers ignored. I took the ferry over the Zambesi River which is a 4-border point: the ferry connect Zambia with Botswana, but to the right is Namibia and to the left Zimbabwe. Had problems to get botswanian money in the next town, but I succeeded. Couldn’t change back my Zambian Kwachas, who would have thought that? I fuelled up and met a Harley biker from South Africa who informed me precisely about the next lonely 300km to Nata. Almost no villages, no people, just a straight line to the horizon And heat! The road changed from excellent to bumpy to very bad and back to excellent. I fuelled up in Nata and tried a chicken burger fast food restaurant whcih was quite good. Got an offer to sell my bike, but that’s impossible. Rode another 190 km to Francistown, the second largest and quite wealthy city in Botswana. Found a nice thatched hut with air con, TV and bathroom in a pleasant surrounding. Tomorrow will be a long distance day.

Heute morgen dauerte es etwas länger wie gedacht. Laut Hotelrechnung hätte ich gestern 9 mal Abendessen gehabt. Bis das geklärt war, dauerte es einige Zeit. Kurz nach halb acht kam ich endlich los.

A Sachsenring Trabant in Botswana?

Bis zur Grenze waren es nur 70 km, die ich relativ bald abgespult hatte. Als ich am einem Trabbi vorbeigefahren war, dachte ich erst, dass ich einer Halluzination erlegen war. Da stand aber wirklich einer!

An der Grenze warteten schon die fliegenden Geldwechsler. Ich liess sie wie immer links liegen und erledigte meine Pass- und Zollangelegenheiten. Das dauerte diesmal etwas länger, den die Zollbbeamte musste erst gefunden werden. Anschliessen schipperte ich mit einer Fähre über den Zambesi. DIch war zwar schon an Dreiländerpunkten, aber noch nie an einem Vierländerpunkt: Die Fähre verkehrt zwischen Sambia und Botswana, rechts davon ist Namibia und links davon Zimbabwe. Auf der Botswanischen Seite gings es auch zügig, ich musste aber mit dem Motorrad durch eine Maul&Klauenseuchenbad fahren. An der Grenze war keine Wechselstube, also musste ich bis nach Kasane hinein 10 km Umweg fahren. Die Banken waren zu…..ach ja, heute ist ja Sonntag. Bei der Barclaysbank bekam ich nix mit meiner VISA, schon wieder mal. Und nun? Ich musste irgendwie an Geld kommen. Die andere Bank im Ort spendierte mir aber die benötigten Pulas. Ich sah auch noch eine Wechselstube und wollte meine zahlreichen übriggebliebenen Kwacha zurücktauschen. Ging aber nicht. Also hatten die fliegenden Geldwechsler doch recht, dass man nicht mehr tauschen könne. Wer kann das ahnen. Sonst stimmt es ja nicht. An der Tankstelle wurde ich von einer deutschen Reisegruppe und von einem südafrikanischen Harleyfahrer angesprochen, der gerade aus dem Süden kam. Die Beschreibung der Strasse nach Nata stellte sich im nachhinein als sehr präzise heraus.

Potholes? You can say that!

Jetzt standen 300 km durch menschenleeres Gebiet an. Und es war um 10 Uhr schon brütend heiß. Anfangs war die Strasse sehr gut, wurde dann hoppliger und am Ende war es ein furchtbares Gerumpel mit zahlreichen Schlaglöchern und unebenen Belag. Eine neue Strasse wird gerade daneben gebaut, die man aber nur auf den letzten 50 km wieder nutzen konnte. Unterwegs gab es praktisch keine Siedlungen, sondern nur endlose Weite mit viel Gebüsch. Und Hitze.

Old road vs. new road

Und eine erneute Seuchenkontrolle. Musste absteigen und meine Schuhe desinfizieren! Und durch das Bad fahren.

Endlich kam ich in Nata an und konnte wieder tanken. Der kleine Ort strahlt wie das Land (oder das was ich bisher davon gesehen habe) einen gewissen Wohlstand aus, deutlich höher als in Sambia.

I didn't see this sign before...

Es hab sogar ein Chicken Burger Restaurant, das ich aufsuchte. Der Garlic Chicken Burger war sehr schmackhaft, Hut ab! Ein junger Bursch gesellte sich zu mir und wollte wissen, wo man die XBR kaufen könne. Ich klärte ihn auf, dass sie seit 21 Jahren nicht mehr kaufen könnteAuch ein Kauf in Europa mache keinen Sinn, weil das Verschiffen mehr wie das Motorrad koste. Und nein, sie ist unverkäuflich. Nichts zu machen.

Botswana: into the wide open space

Ich hatte beschlossen, heute nur bis Francistown zu fahren (550 km), da es sehr heiß war und ich lieber in einer schönen Bleibe unterkommen wollte als in irgendeinem Strassenmotel. Zuerst ging es nochmal 190 km durch die Weite Botswanas, bevor ich in dem hochmodernen Francistown ankam. Die Stadt könnte auch in Europa stehen.

My own little thatched hut

Das Marang Hotel ist sehr hübsch, ich habe ein eigene Hütte mit Strohdach, aber allen Annehmlichkeiten bezogen: Bad, TV und vor allem Air Condition. Morgen ist ein harter Fahrtag geplant, um etwas Strecke zu machen.

Livingstone (Victoria Falls)

Summary: Yesterday I left Gwabi Lodge after I bought 5L petrol there. Again the bumpy track back to the main road and another 520 km on good tarmac to Livingstone at the Victoria Falls. I checked in the hotel that I had to pre-book in order to obtain the visa for Zambia. As it had (unstable) wireless connection, I uploaded the previous articles and pictures the whole evening. Dinner consisted in a “braai”, the south-African version of barbecue.

This morning I headed very early to the falls that cover a span of 1.7 km where the Zambesi River falls into an abyss of 100 m deep. In principle. If there’s a lot of water. Being in the dry season, there isn’t. So you need a lot of imagination to imagine the thunder at the time of the rain season. But overall, it is impressive, also the steep gorges that were formed by the water. After the falls, I visited the Livingstone museum in town that had so interesting artifacts about the people, their history and habits in Zambia. A special section was dedicated to “Dr. Livingston, I presume”. In the afternoon, I did heavy route planning, as the planned boat trip to the Okavango Delta is simply not possible, with some 45°C forecasted for that area in the next days. First I thought to escape via the Caprivi Strip to Northern Namibia, but the temperatures there will also be in the 35-40°C range. So I went for the logic option: it is cooler in South Africa, so let’s go there! It will be a huge detour, but the temperatures will be fine and I should have enough time, maybe even to visit Cape Town. But first, two days of soaring heat are in front of me before it gets cooler.

Gestern wollte ih eigentlich früh los, kam aber nicht gleich aus „den Federn“, weil ich eine etwas unruhige Nacht hatte (war es das angeblich grasende Nilpferd?). Ich packte zusammen, frühstückte, bezahlte und gönnte mir noch 5 Liter Sprit von der lodgeeigenen Tankstelle. Ich verabschiedete mich von Dunja und Marcel und nach halb neuen ging es wieder auf die Piste. Das war wörtlich zu nehmen, denn ich musste die 11 km wieder zurückhopplen. Das ging diesesmal deutlich besser, vielleicht lag es auch daran, dass ich einige Kilo weniger in der Alukiste spazieren fuhr. Unterwegs überholte ich einen Mann, der im Anzug und Krawatte mit Aktentasche die Piste entlang lief. Da muss man zweimal hinsehen. Auf der Hauptstrasse angelangt, freute ich mich über jeden Höhenmeter, den es nach oben ging, denn es wurde wieder richtig heiss. Auf den nächsten 30 km sah ich zwei umgekippte LKW, ich fragte mich immer, wie sie es fertigbringen, soviele Unfälle zu bauen. Und dann gleich richtig, mit Überschlag und so. Wahrscheinlich liegt es einfach am schlecht gewarteten Material, denn an fast jeder Steigung steht ein liegengebliebener Laster. In Mazabuka wurde getankt und bald darauf in Monze Mitagspause gemacht bei einer Fanta und einer lokalen Teigtasche. Die Fahrt führte wieder übers Hochland, leicht wellig mit grünen Büschen und einigen Bäumen. Keine Fotos also, da das Fahren im Vordergrund stand. In Kalomo nochmal getankt und bei schmerzendem Hinterteil die letzten 120 km nach Livingstone absolviert, insgesamt 520 km. Livingstone ist durch den Tourismus der Viktoriafälle relativ wohlhabend. Es trägt den Namen des „Entdeckers“ der Victoriafälle, dem berühmten David Livingstone. Ich lief in meinem gebuchten Hotel ein und klärte erstmal die Reservierung ab. Ich hatte ein Zimmer für das Visum buchen müssen, aber erst in 5 Tagen. Nach einigem Palaver: kein Problem. Ich beschloss wegen der Fälle noch eine Nacht länger zu bleiben und bekam sogar einen Rabatt dafür. Wireless Internet haben sie auch, allerdings etwas mühsam: einmal verbunden, darf man sich nicht bewegen. Abends gab es ein „braai“, wie das Barbecue in Südafrika genannt wird (die Hotelkette ist aus Südafrika). Ich muss sagen, das Fleisch schmeckte bisher hervorragend in Sambia. Haben die etwa keine Rindermast? Einmal eingeloggt, lud ich die letzten beiden Artikel incl Bilder hoch und wurde dabei zum erstenmal von Mosktos geplagt. Ich checkte die Wettervorhersage und bekam einen Schock: Es soll die nächsten Tage im Okavango Delta 45°C heiß werden, und dabei hatte ich eine zweitägige Bootsfahrt ins Delta eingeplant! Da muss ein Plan B her. Ich habe anscheinend ein Händchen dafür, genau da hinzufahren, wo es auf dem Planeten gerade am heissesten ist?

Heute morgen fuhr ich nach dem Frühstück gleich zum Mosi-oa-Tunya, dem „Donnernden Rauch“. Livingstone nannte sie die Victoria Falls. Durch Risse im Vulkangestein bildeten sich über die Zeit Abrisskanten, an denen der Zambesi in die Tiefe stürzte und dabei mehrere eenge Schluchten schuf.

Where has all the water gone?

Heute sind die Fälle 1,7 km breit. Ich war mir schon bewusst, dass ich zur Trockenzeit kam und nicht viel Wasser im Vergleich zum Höchststand zu sehen sein würde. Ich drückte also die $20 ab und spazierte zur „Knife Egde“, dem Aussichtspunkt auf der sambischen Seite. Der Zambesi ist zugleich die Grenze zu Zimbabwe, von wo man noch dichter am Geschehen ist. Der Grenzübertritt wäre aber insofern schwierig, weil mein sambisches Visum nur für eine Einreise gültig ist. Ich spazierte also über die schmale Hängebrücke zum Aussichtspunkt und fragte mich die ganze Zeit, wo denn jetzt das Spektakel anfängt.

What is left during the dry season at the Eastern Cataract

Schließlich kapierte ich es: es gab fast kein Wasser! Nur relativ kleine Rinnsale stürzten die 100 m hinab. Auf der zimbawischen Seite war deutlich mehr los, denn besseren Überblick hatte man allerdings von meinem Standpunkt. Der Fluss führt anscheinend sehr wenig Wasser und so sah man viele Touristen auf der Abrisskante relativ gefahrlos herumspazieren. Durch die frühe Uhrzeit bekam ich noch einen Regenbogen gratis dazu.

The Zimbawian side has got more water (in the back)

Nach einer Stunde hatte ich alles gesehen und fing schon wieder an zu schwitzen. Ich fuhr in den Ort, um das kleine, angestaubte Livingstone Museum zu besuchen. Es gab interessante Information über die Kultur und Geschichte Zambias und einen extra Saal über Livingstone und seine Reisen durchs unerforschte Afrika. Nach einem Snack fuhr ich mittags zurück ins Hotel um meine Routenwahl voranzubringen. Es ist klar, dass ich die 1500 km bis Windhoek durch die Kalahariwüste abhaken kann, denn dder Bootstrip ins Okavango Delta fällt aus. 45°C und dann den ganzen Tag im Boot in der brütenden Sonne, noch etwas höhere Luftfeuchte dazu, dafür bin ich nicht gebaut. Die trockene Hitze wie im Moment geht noch eher, aber so was. Schweren Herzens muss ich also umplanen. Erst dachte ich über den Caprivistreifen gleich direkt nach Nordnamibia zu fahren, aber 1) ist es da wegen der niedrigen Meereshöhe auch Sauheiss und 2) bin ich dann viel zu früh in Windhoek, da der Okavango ausfällt. Nach einigem Überlegen war der Entschluss klar: ich muss wo hin, wo es kühler ist. Die 35°C, die es gerade hier hat, sind eben noch auszuhalten, bei genügend Fahrtwind. Also, wo ist es kühler? In Südafrika! Das war so nicht geplant, aber Zeit habe ich genug und vielleicht kann ich sogar in Kapstadt vorbeischauen. Ich muss aber trotzdem erst nochmal zwei Hitzetage absolvieren, aber danach sollte es angenehm werden.

"Chilling" at 36°C...

Das sind zwar ca. 2500 km extra aber wenn ich Zeit habe, warum nicht? Und den Ersatzreifen kann ich mir auch montieren lassen, wenn nötig. Übrigens, der Hinterreifen hat einige interessante Risse im Negativprofil, oioioi. Habe heute den Rest meines Öls, das ich in Mombasa gekauft hatte eingefüllt. Das macht einen Ölverbrauch von 0,5 L auf 5000 km! 4200 km sind es von Mombasa hierher und 5000 km insgesamt seit Belgien. So, jetzt gehe ich wieder in die Lounge zum surfen, da dort der besten Empfang ist.

There must be some food in here...

Heute war ein Ruhetag angesagt, ich frühstückte gemütlich bei Tee und Müsli (endlich keine Eier!) und genoss die Ruhe und die Aussicht auf den Kafue River.

Ich las viel im Reiseführer und plante die Möglichkeiten für den zweiten Teil der Reise durch. Ich hatte keine Eile, denn meine Bootsfahrt fand erst um zwei Uhr statt.

What on earth happened to this monkey???

Ich traf mich bei den Booten mit Moses, dem Fahrer. Und schon ging es mit Vollgas los. Nach einigen Kilometern war der Zusammenfluss von Kafue und Zambesi River erreicht und schon grüßte die erste Horde Hippos, die träge auf einer Sandbank grunzten. Moses kannte sich anscheinend gut aus und so sah ich in den folgenden 3 Stunden eine Menge Elefanten, Nilpferde, Krokodile, Impalas, und vor allem viele verschiedene Vögel. Ich knipste was das Zeug hielt und einige Bilder sind ganz gut geworden, obwohl man ein Boot ja nicht als wackelfrei bezeichnen kann.  Ich lasse mal wiedder die Bilder für sich sprechen.

The crocs look sleepy......

...but they can get very fast!

The same movement with hippos: less quick, less elegant....

...but MASSIVE!

Nach der Rückkehr hatte ich neue Nachbarn: Dagmar und Marcel uns der Schweiz, die auf Weltreise sind und sich im Südafrika einen Pickup gekauft haben und jetzt damit in Afrika unterwegs. Ich konnte sie gleich über Botswana und Namibia ausfragen, da sie von dort herkamen. Wir bewunderten noch die Sonnenuntergangsstimmung von der Terrasse aus und schwätzten noch ein wenig mit den Eigentümern. Sie überredeten uns, uns doch ein Abendessen auf der Terasse zu gönnen – es gäbe vom Grill. Wir haben es nicht bereut, das Steak war vom allerfeinsten!

Down to the river

Summary: Got up late, as there was no big distance to cover today. Uploaded pictures until 10:30 am and left Lusaka after purchasing some significant amount of water (9 L). Got stopped by police who accused me of having crossed a white line and asked for $55. I claimed not to have enough money and paid only $45, without receipt…In Chirundu, I took the gravel road to the Lower Zambesi NP, but it was covered also with sandy patches that made me sweat a lot. I wanted to visit Kiambi Lodge, but that meant I had to cross a river with a ponton ferry. After 11 km of rough road, I reached the river only to find out that the ferry wasn’t operating. So I chose Gwabi Lodge and put up my tent next to the river. Had my first expedition dinner made with the dry fuel cooker. Great sunset here! But also the full moon was spectacular, took some experimental pictures.

Heute wurde erstmal richtig ausgeschlafen. Es eilte ja nicht, denn das Ziel, der Zambesi war ja nicht so weit entfernt. Ordentlich gefrühstückt und dabei sowie noch bis um halb elf morgens Bilder hochgeladen bis alles komplett war. Damit hat sich der Nobelschuppen schon mal in dieser Hinsicht rentiert. Noch eben gezahlt (schluck) und sich dann auf den Weg gemacht nicht ohne vorher noch den zahlreichen Hotelangestellten Rede und Antwort gestanden zu haben. Ich kurvte erst noch eben im Kreis bevor ich kapierte, wo mich das Navi hinlotsen wollte. In einem Shoprite Cash&Carry noch eben mit Zucker (0,5 kg) und Wasser (9 L) eingedeckt. Das machte die XBR noch schwerer für die anstehende Schotterstrasse. Ich fuhr nach Süden und wurde plötzlich von zwei Polizistinnen angehalten. Ich hätte vor einigen Kilometern eine durchgezogene Linie überfahren, das sei „dangerous driving“. Na ja, dachte ich, ist das in Afrika überhaupt ein Vergehen? Das mache 275000 Kwacha, eröffnete sie mir. WAS? 55 Dollar? Wie gut, dass ich auf Überfälle mit einer doppelten Buchführung vorbereitet bin. Ich zückte die Brieftasche Nr. 2 mit wenig Geld und zeigte sie ihr. Mit Unschuldsmiene sagte ich ihr, dass ich nur noch 120000 Kwacha hätte. Da, sehen Sie her, sonst habe ich nur noch andere Währung. Wieviel ich denn davon geben könnte. Ich zückte einen $20 Schein, aber die 120000 K musste ich auch noch drauflegen. Na gut 225000 K sind noch besser als 275000. Da erklärte sie mir, dass ich keine Quittung erhalten könne, weil ich nicht genügend Geld hätte. Soso, das sind ja Tricks. Wo das Geld wohl landet…

Zambian countryside

Ich fuhr relativ gemütlich und nach und nach wurde es heiß, denn ich fuhr von der Hochebene (1300 m) hinunter zum Zambesi (400 m). Die Landschaft wurde wieder hügelig und die Strasse war hervorragend. Ich erreichte bald Chirundu, die Grenzstadt zu Zimbabwe. Dort fragte ich nach der Tankstelle, aber es gab keine! Hm, na ja, vielleicht reicht es noch für den Weg zurück. Ich wollte in Richtung Lower Zambesi National Park und hatte mir die Kiambi Lodge zum Campen ausgesucht. Die soll ganz hübsch sein und sie leigt noch nicht so weit im Park drinnen. Das hiesse aber immer noch 11 km Schotter, mit einer Pontonfähre über einen Fluss übersetzen und nochmal 11 km Schotter hoppeln. Die ersten Kilometer brachten mich zusätzlich zur Hitze ins schwitzen: Da war noch viel Sand vorhanden, durch den ich hindurchmusste! Ich fuhr eine untypische off-road Technik: Bei Gefahr die Füße nach unten hängen lassen um den Schwerpunkt nach unten zu bringen, das aufschwimmende Vorderrad und die ganze Kiste zu stabilisieren und gegebenenfalls noch versuchen die Maschine mit den Füßen abzufangen. Es funktionierte.

"Feey boat is broken - maybe in two weeks"

Nach einigen Kilometern fing eine Wellblechpiste an, die mir beinahe die Plomben rausschüttelte. Nach den 11 km war ich endlich am Kafue River angelangt, aber das sah nicht gut aus. Ich bekam es auch gleich bestätigt: die Pontonfähre war kaputt und wurde gerade repariert. Mir wurde angeboten, mit einem Boot überzusetzen,aber ich lehnte dankend ab. Das war ja nur eine Art Ruderboot mit Aussenbordmotor, viel zu klein. Die Sache am Atatürk-Stausee war ja schon haarig, aber das war des Guten zuviel. Ich erinnerte mich, zuvor ein Schild zur Gwabi Lodge gesehen zu haben. Na gut, dann muss es halt die werden. Ich hoppelte wieder ein Stück zurück und musste 3 km auf einer Sandpiste (wuaaaaah) fahren, die aber zum Glück aus grobem Sand bestand. An der Lodge angekommen, mietete ich mich auf dem Camping ein und baute mein Zelt auf.

Camping at Gwabi Lodge

Da ich keine Übung mit diesem neuen Minizelt habe, dauerte es auch dementsprechend. Anschließend wurde eine Dose gesäubert, in der das Flüssigwaschmittel ausgelaufen war. Alles war eingesaut und es dauerte, bis ich alles wieder waschmittelfrei war. Ich nutzte es gleich dazu, Wäsche zu waschen. Noch geduscht und einen Bootstrip für morgen gebucht. Um 18 Uhr war der Sonnenuntergang im vollem Gange und ich packte endlich meinen neuen Campingkocher und die Expeditionsnahrung aus. Endlich kann ich etwas Gewicht reduzieren. Der Esbitkocher legte richtig gut los und als Vorspeise gab es Rindfleisch Stroganoff und als Hauptspeise Chilli con Carne. Der Sonnenuntergang war toll, morgen muss ich ihn hier komplett verfolgen. Jetzt sitze ich auf der Terrase der Lodge über dem Kafue River und zische noch ein paar Bierchen, ist ja noch mächtig warm.

Vor dem zu-Zelt-gehen fazinierte mich der strahlende Vollmond und ich musste noch einiges mit meiner Kamera ausprobieren.

Kafue River in the moonlight

The man in the moon looks different in the southern hemisphere

Photos!

The posh hotel was worth the money – I could upload all pictures for the older posts. Check ’em out!

Das noble Hotel war seinen Preis wert – ich konnte alle Fotos der älteren Beiträge hochladen. Anschauen!

Summary: got up early; breakfast at 6 and departure at 7. Got controlled by the police and had to show the insurance, luckily I had bought it! At the Zambian border, I had to pay an Eco-tax and to buy an insurance. As the bank was closed, I had to change black market at a bad rate. In the next town, I realised the huge difference between Malawi and Zambia and fuelled up (yes!) and exchanged money. 570 more kms through Zambian highlands and hills. Bumpy to excellent roads, kept speed very high to finish the 720 km before dawn. I met Martin, a German motorbiker who does the Cape to Europe trip in one year. Fuelled up again in Chongwe and arrived in Lusaka just before dawn. Checked in in posh hotel, but it was worthwhile, internet speed is excellent here. I love to show up sweating in a fancy lobby with a dirty gear and to get all these looks. Probably low budget accomodation the next days.

Um halb sechs klingelte der Wecker. Alles war vorbereitet und ich musste nicht mehr viel packen. Um 6 ging ich zum frühstücken (Eier, sowieso! Meinen Cholesterinspiegel schraube ich noch in schwindelnde Höhen) und knapp vor 7 ging es auf die Piste. Benzinsparen war nicht mehr angesagt und so durfte ich wieder Gas geben. Kurz vor der Grenze wurde ich tatsächlich von einem Polizisten aufgehalten, der Führerschein und Versicherung sehen wollte! Da hat sie sich doch rentiert. Gegen halb neun war ich an der Grenze und spulte das Prozere ab. Pass und Zoll. Auf der sambischen Seite dauerte es etwas länger. Grund: Ich musste eine CO2-Abgabe in lokaler Währung (sambische Kwatcha) bezahlen (10$), hatte aber noch kein Geld. Die Versicherung ($23, ich wurde wieder angesprochen) war auch in Kwatcha zu bezahlen. So ein Zufall: die Bank war zu. Also musste ich zum Schwarzhändler der mir einen Kurs von 3000:1$ geben wollte. Ich sagte ihm (ich war vorbereitet), dass der offizielle Kurs aber 5000 sei. Ich bekam am Ende 4000:1 und wechselte nur so viel wie ich an der Grenze brauchte. Gauner! Der erste Eindruck war: auf dem Land nicht extrem verschieden zu Malawi. Der zweite Eindruck: in der Stadt extrem verschieden zu Malawi! Ich sah sogar eine Frau auf einem Motorrad! Schicke Autos, Einkaufszentren, in Chipata gab es alles, ich tauschte Geld zum offiziellen Kurs von 4800 und tankte richtig voll. An der Tankstelle tankten gerade Malawis einen ganzen Laster mit Tonnen voll. Ich wurde an der Tankstelle angebettelt, das scheint die Kehrseite des Booms durch die gestiegenen Kupferpreise zu sein.

International flair in Zambia

Ich machte mich auf die Überlandstrecke, flaches Hochland und einige Bäume, die sich gerade mitten im Frühling befinden. DerAsphalt war gut, sehr holprig und dann wieder sehr gut. Egal, meine nuen Konis schluckten alles weg und ich hielt die Geschwindigkeit zwischen 120 – 130 km/h um vorwärts zu kommen, der Tag war kurz und ich hatte 720 km bis Lusaka vor mir und Sonnenuntergang war bereits um 18h. Nach 240 km kam tatsächlich eine Tankstelle und ich füllte nochmal auf. Die Dörfer luden nicht zur Mittagspause ein und so beeilte ich mich wieder vorwärts zu kommen. Die Landschaft wurde plötzlich hügelig und hübsch. Aus der Geraden wurden langgezogene Kurven, die ein entspanntes Gasstehenlassen erlaubten. Plötzlich kam mir ein Motorrad mit einer weißen Gestalt entgegen. Ein Traveller! Wir drehten um und begrüßten uns. Es war Martin aus Wuppertal, der ein Jahr lang in Afrika unterwegs ist. Wir hatten ein langes Benzingespräch und tauschten noch unsere Blogadressen aus (http://justup.wordpress.com/). Das war ein lustiges Intermezzo.

Martin, another rider from Germany going the long way up

Die Strasse wurde noch besser und ich liess es wieder laufen. Ich kam an die Luangwa Brücke und schoß noch ein Foto. Noch 250km! Weiter Gas! Ich hatte noch etwas Luft, aber bummeln war nicht drin. Endlich erreichte ich Chongwe, wo ich tanken musste, denn die flotte Fahrt forderte ihren Tribut. Ich war gerade so eben einem Gewitter ausgekommen, pokerte aber und wollte keine Überschuhe anziehen. An der Tankstelle schwätzte ich noch ein wenig mit einem Sambier und übte mit ihm den coolen Handschlag, den ich immer noch nicht hinbekomme.

Meine Antwort auf seine Frage, welcher Religion ich angehöre, verwirrte ihn ziemlich. Aber er hatte ja gefragt. Vielleicht hätte ich doch besser “fliegendes Spaghettimonster” gesagt.

Jacaranda trees in evening light

Die letzten 45 km wurde es noch bisschen feucht, da eine Regenwolke durchgezogen war. Es reichte aber, um mich so richtig einzusauen, XBR und Fahrer zusammen. Ich hatte mir ein richtig edles Hotel ausgesucht, ich war bisher richtig günstig unterwegs, da kann man es eine Nacht schon mal krachen lassen. Der Auftritt war wieder mal filmreif. Eingesaut, verstrubbelt und nach der großen weiten Welt duftend in die schnieke Rezeption eingelaufen und bei der Nennung des Preises kurz unmerklich geschluckt und die Kreditkarte gezückt. Habe eben ein leckeres T-Bone Steak verdrückt und werde das superschnelle Internetz ausnützen um Bilder zu laden, wer weiss wann das wieder kommt. Die nächsten Tage könnten low-budget werden.

Summary: Woke up very early at 5:30 (different time zone). After breakfast, I took the coast road to the south as there were many clouds in the mountains. After 200km I tried to get petrol in Nkhotakota. Usual answer: “no petrol!” I managed to get 10L from some boys for the price of some lousy $35. At least I had enough to get to Lilongwe, the capital. As there no places to have some lunch, I continued and ascended the mountains with the help of a strong wind from the back. Lilongwe has everything that the rest of the country doesn’t have, except petrol. Where there was maybe hope that the truck would show up soon (couple of hours? days?), there were long queues. I asked some boys with empty containers and they had 5 Liters. Their first price was $30. Hahahaaaa! I bargained it down to$18, still a lot for 5L. Well, enough to cross the border. I stayed at the Crossroad Hotel, the most posh hotel in Malawi, but a regular conference hotel for international standards. I managed to upload many posts and pictures.

Am morgen wachte ich bereits um halb sechs auf, denn es war bereits sehr hell, denn Malawi ist eine Stunde zurück. Um halb sieben wurde gepackt und aufgeladenn wimmelte es von frisch geschlüpften Mücken, die aber noch zu jung zum stechen waren.

Breakfast at Mayoka Village at Lake Malawi

Um sieben war ich bereits am Tisch über dem Wasser, musste aber auf das (gute) Frühstück noch eine Weile warten, es war ja niemand auch der Flucht so früh am Morgen. Giovanni und Serena tauchten auch noch auf und man schwätzte noch ein bisschen. Ich machte ich auf den Weg und hoppelte wieder zur Hauptstrasse zurück, mitten durch das Gewusel des Dorfes. Ich zuckelte an der Küste entlang und hoffte nach 200 km in Nkhotakota 10 Liter Benzin aufzutreiben, um sicher bis zum Tagesziel in Lilongwe zu kommen.

Malawian boys and lakeshore

Dort angekommen, erwarteten mich die üblichen ungläubigen Blicke der Tankwarte. Was? Benzin? Hier?? “No petrol” war überall die Standardantwort. Zum Glück hab es hier ein paar Jungs, die noch etwas hatten. 10 Liter für $35. Schluck. Nebenbei boten sie auch noch selbstgemalte Bilder an und eines gefiel mir sogar ganz gut und ein schönes Souvenir ist ja nie verkehrt. Erleichtert setzte ich die Reise fort. Ich hatte die Küstenstrecke gewählt, weil sie kürzer war und in den Bergen die Wolken hingen und evtl. mit Regen zu rechnen war. So fuhr ich in der Sonne und suchte vergebens nach einem schönen Plätzchen um eine Mittagspause zu machen. Einige Schilder zeigten einige Plätze an der Küste an, aber dorthin 4 km auf Piste (und wieder zurück) zu hoppeln war nicht sehr attraktiv.

Single track bridge in not so good condition

Ich fuhr also dahin und so spulte ich die Kilometer ab. Irgendwann beschloss ich anzuhalten und eine Pause im Schatten eines Baumes einzulegen. Wasser habe ich ja immer dabei und ich verdrückte noch ein paar Süßigkeiten, die ich schon in Arusha als Notreserve gekauft hatte. Ich fuhr weiter und kam relativ bald an eine T-Kreuzung. Sollte das hier schon die Abzweigung nach Lilongwe sein? Ich fragte einen Polizisten am check point und der antwortete trocken, dass ich es doch wissen müsste, ich hätte doch eine Karte dabei. Na ja, meinte ich, ohne Strassenschilder ist es trotzdem schwierig. Ab jetzt blies der Wind kräftig von hinten und ich bollerte mit 110 km/h die Berge hoch.

Malawian highland on the way to Lilongwe

Oben in der Ebene angelangt war es nicht mehr weit bis Lilongwe, der Hauptstadt des kleinen Landes. Dort gab es all das, was es sonst im Land nicht gab. Verkehr, Ampeln, Supermärkte usw, aber…kein Benzin! Nix! An allen Tankstellen das gleiche. Und auch keine Schwarzhändler in Sicht. Ich wollte nochmal 5 Liter nachschütten, damit es nicht zu knapp wird bis nach Sambia morgen. An einigen Tankstellen gab es lange Schlangen, aber niemand füllte ab, sondern alle warteten nur. Mistmistmist! Das darf doch nicht wahr sein! An der fünften Tankstelle hockten ein paar Jungs mit leeren Kanistern rum. Ich sprach sie direkt an. Sie hatten was. 5 Liter für $30? Vergesst es! Na ja, es wurden noch $18. Der Junge, der das ganze vermittelt hatte, bat mich um was zu essen. Er wäre schon seit 6 Uhr morgens hier. Einen Waffelriegel hatte ich noch irgendwo. Uff, damit ist meine Ausreise gesichert.

Ich fuhr noch einen grossen Bogen um das Hotel Crossroads zu finden, dabei wäre es gleich hinter der Tankstelle gewesen. Ein schmucker Komplx und absoluter Jet-Set, zumindest für Malawi. Ich durfte das Töff vor dem Eingang in einer Ecke abstellen und der Chef des Hotels bot mir sogar etwas Benzin an. Ich musste dankend ablehnen, denn ich hatte bereits genügend. Es gab gerede einen afrikanischen Kongress über Wissenschft und Technik und dementsprechend war es voll. Ich bekam einen guten Preis und ein schönes Zimmer. Nach der Körperpflege wurde das Hauptanliegen angegangen: Internet! Ich besorgte mir eine Datenkarte und fing an die Berichte der letzten Tage hochzuladen und Fotos nachzureichen. Das wurde nur von dem sehr guten indischen Abendessen unterbrochen. Gegen halb zwölf war die Karte leer und es war auch Zeit zum schlafen, den am nächsten Morgen war früh aufstehen angesagt.

No petrol in Malawi???

Summary: Surprise in the morning: the bike was cleaned! That deserved a good tip. Went upwards to 2300 m to go down to the Malawi Lake. Passed beautiful area with banana and tea plantations. Found petrol station just before the border, money changer hassle already started here. Border crossing was straightforward. Even got an official insurance for Malawi. After a couple of kilometers, it was clear that Malawi is a lot poorer than Tanzania. There’s basically no traffic and very little touristic infrastructure. Went to the highlands and passed some heavy rain; skipped the idea to go to the Nyika National Park – 100 km rough road is too unpredictable. Surprise in Mzuzu: no petrol! Bought 13 liters for $39 on the black market. Returned to the coast to Nkhata Bay, stayed in a backpacker place at the lake; met Giovanni travelling off-road with a 250 Yamaha and Serena, an anthropology studet travelling alone.

Heute morgen war nicht viel zu packen und am Motorrad gab es eine Überraschung: Es war geputzt! Der Gärtner kam auch gleich an und wedelte noch ein bisschen mit dem Lappen herum, damit ich es auch kapierte.

Surprise, surprise - who cleaned my bike?!

Mein Trinkgeld war anscheinend größzügig, denn er bedankte sich überschwänglich. Er hatte sich auch wirklich Mühe gegeben. Schade, dass sie heute Abend schon wieder eingesaut ist.

Nach dem Frühstück fuhr ich ein Stück zurück und bog dann in Richtung Süden ab. Immer höher ging es hinaus und bald zeigte der Höhenmesser des GPS sagenhafte 2300 m an. Es war zwar frisch, aber so hoch hätte ich auch nicht gedacht. Vermutlich der höchste Pukt der Reise. Es war grün mit Hochlandcharakter, aber mit jedem Meter, den ich nach unten fuhr, wurde es grüner und üppiger. Bananen und Teebüsche bestimmten auf einmal das Bild und das Grün leuchtete wie noch nie auf der ganzen Reise. Im Hintergrund noch Bergpanorama, ich konnte gar nicht genug knipsen, so viele Motive boten sich auf einmal.

Lush green at 2000 m altitude - between Mbeya and Malawian border

Ein richtiger Genuss für die Augen. Nach und nach wurde es flacher und der Höhenmesser und die Wärme zeigten mir an, dass ich auf der Höhe des Malawi-Sees angelangt war. Ich näherte mich der Grenze und in der letzten Ortschaft gab es tatsächlich noch eine Tankstelle. Der Tankwart nahm „full“ sehr wörtlich, aber mir war es recht. Es passten zwar nur 6 Liter rein, aber ich wusste von der Spritknappheit in Malawi und da will man doch mit vollem Tank einreisen. Die Geldhändler kamen sofort auf mich zugestürmt, bissen aber auf Granit. Ein paar Kilometer weiter war auch schon die Grenze, überall wimmelte es von Geldhändlern. Der Papierkram ging relativ zügig und freundlich von statten und ich wechselte Dollar und meine tansanischen Shillings bei einer Bank zum offiziellen Preis (und ohne beschissen zu werden). Ich wurde noch von einem Versicherungsheini angesprochen und so kam ich zu einer malawischen Versicherung für’s Töff. Im Kenia und Tansania war ich strenggenommen ohne Versicherung unterwegs, aber wo kein Kläger da kein Richter. Es wurde heiss und nach wenigen Kilometern hatte ich bereits den Unterschied zwischen Tansania und Malawi begriffen: Malawi ist deutlich ärmer als Tansania. Es gibt praktisch keinen Verkehr, die in Tansania allgegenwärtigen Mopeds fehlen und auch Autos sieht man kaum.

Lake Malawi coast

Transport findet per Rad statt. Während Tansania einigermassen bunt war, wirkt Malawi deutlich trister. Selbst die Menschen machen einen ernsteren Eindruck. Wahrscheinlich gibt es hier auch (wirtschaftlich) nicht viel zu lachen. Ich tuckerte heute mit 90 dahin, denn ich wollte Benzin sparen. Wer weiss, wo ich Benzin bekomme. Ich fuhe am Malawisee entlang und gegen Mittag beschloss ich einem Schild zu folgen, dass zu einem beach resort führte. Eine gröbste Rumpelpiste von einem Kilometer später war ich am Ziel. Ich war der einzige Gast. Zu essen gab es leider nichts, also begnügte ich mit einer Cola und meinen Kuchen von gestern. Praktischerweise zog ein mächtiger Regen durch und ich wurde davon verschont. In den Bergen hatte ich bereits viele Wolken gesehen. Ich schrieb geistig bereits den Abstecher zum Nyika Nationalpark in den Bergen ab. Die Rückkehr zur Hauptstrasse bestätigte das: Etwas Regen und die Piste wurde rutschig, ich konnte die XBR zweimal gerade noch abfangen. Damit war alles klar: der Abstecher über 100 km Piste in die Berge ist nicht zu verantworten. Sollte es nass werden, würde das schnell zu einer Tortur und auch schnell gefährlich. Und das noch alleine? Nicht mit Strassenreifen.

Die Fahrt gingüber viele rutschige Kurven hoch in die Hochebene wo es etwas regnete. Nach und nach lockerte es wieder auf und auf einmal musste ich auf einer Brückenbaustelle über eine Behelfsholzbrücke, auf der drei japanische Ingeneure nicht schlecht staunten, als eine Honda dahergetuckert kam. Es wurde sogar heiter bis wolkig und gegen 4 kam ich in Mzuzu, der größten Stadt im Norden an. Obwohl erst 280km gefahren waren, beschloss ich mich nach Benzin umzusehen. Drei Tankstellen hatten kein Benzin! Autsch! Ich musste aber nicht weit suchen, denn ich wurde sofort von einem Schwarzmarkthändler angesprochen.  Wieviel ich denn bräuchte. Na ja, so circa 13 Liter. Preis: 6500 Kwacha. Ich versuchte das umzurechnen. Kam nicht genau drauf, wusste aber dass es sauteuer war. Egal, ich brauche das Benzin und zum Handeln hatte ich gerade keine Lust. Im nachhinein berechnet sind das €2,25 pro Liter, der offizielle Preis an den Tankstellen liegt bei €1,40. Die 13 Liter passten genau rein.

Behind the coastline - descending from Mzuzu to Nkhata Bay

Ich tuckerte die restlichen 50 km wieder in Richtung Küste nach Nkhata Bay. Dort erlebte ich einen kleinen Kulturschock. Ich erwartete einen Küstenort mit Tourismus, aber diese Schlcihheit hatte ich nicht erwartet. Touristen (einheimische) gab es viele, aber ich versuchte so etwas wie Unterkünfte aus den Baracken herauszulesen. Ich musste den Reiseführer herausziehen, um das Mayoka Village zu finden. Eine grobe Piste später war ich auch schon da. Es ist ganz nett, am Hang über der Bucht gelegen, mit einem tollen Ausblick. Kleine nette Häuschen liegen am Hang und unten am Wasser gibt es eine lebendige Kneipe, in der sich alles abspielt. Es ist eine typische Backpacker-Unterkunft, die anscheinend viel von südafrikanischen Budgettouristen bevölkert wird.

Evening at Mayoka Village 'resort' just next to the water

Relaxte ‚easy going‘ Atmosphäre, hier gibt es sogar Pizza. Ich lernte Giovanni und Serena kennen, die auch alleine unterwegs sind. Giovanni auf einer 250er Yamaha mit der er off-road von Kapstadt gekommen ist und durch Mosambik will, und Serena, die Anthropologie studuert und mit Rucksack sich ein paar Tage Urlaub von ihrem Praktikum genommen hat. Es gab sogar eine lokale Reggae-Einlage (Gesang und Gitarre).

Spannend wird es morgen, ich brauche noch einmal  mindestens 10 Liter Benzin, um aus dem Land zu kommen.

Morogoro-Mbeya

Summary: Riding day from Morogoro to Mbeya in southwest Tanzania (680 km). Crossed the Mikumi National Park, the only park that is accessible for motorbikes; saw antilopes and baboons; from Mikumi to Iringa excellent Danish road for 150 km; beautiful baobab valley with thousands of trees. Getting cool in the highlands (up to 2000 m above sea level). Speed adjusted to optimum between consumption, time and comfort (110 km/h), making a good pace. Good tarmac, but little bit bumpy road from Iringa to Mbeya, but still comfy at that speed due to new, reinforced Koni shocks. Arrived at southern highlands with nice views, reminding me of the Toscana. Checked in at Mt. Livingstone Hotel in Mbeya. Wireless internet in theory, but no connection in practice. Again, pictures have to be uploaded another day.

Gestern abend tauchte noch ein größere Gruppe Ausländer auf. Ich wurde von einer Frau auf meine XBR angesprechen und so kamen wir ins Gespräch. Bei der Gruppe handelte es sich um eine Filmcrew mit anscheinend lauter berühmten Leuten, die gerade einen Dokumentarfilm drehen. Aha. Die Frau erzählte mir, dass sie in einer Woche mit dem Motorrad von Dar es Salaam zum Orange River (Namibia/Südafrika) fahren will, und das in vier Tagen. Das halte ich für schwer machbar, denn die Entfernungen sind schon enorm. Nach dem Frühstück um sieben (leckere Jackfruit, hmmm) ging es los nach Mbeya (680 km). Ich liess es heute schön laufen (110 km/h), so kam ich gut voran. Das Wetter war prima und sehr angenehm, nicht zu warm.

No comment

Die gute Strasse führte mich zuerst durch den Mikumi Nationalpark, der einzige Park, den ich mit dem Motorrad durchfahren darf. Einige Antilopen kreutzen die Strasse oder nahmen vor der daherbollernden XBR reissaus. Als weitere Tiere bekam ich noch Paviane zu Gesicht. Kurz nach Mikumi wurde die Strasse sensationell gut: 150 km neuer, von Dänen gebauter Strasse lagen vor mir. Die Landschaft wurde auch sehr schön. Um ein grünes Flusstal gesellten sich Tausende von Affenbrotbäumen. Ein spektakuärer Anblick, leider tragen sie gerade keine Blätter, sonst wäre die Aussicht noch besser.

So Continental is Tanzanian?

Ich kam flott voran und tankte nach 320 km in Iringa. Im dazugehörigen „Mini-Supermarkt“ kaufte ich Wasser, Kola und Kuchen als Mittagsimbiß. Sogar Lindt-Schokolade war im Angebot. Ab Iringa war leider Schluss mit der super Strasse und ich musste mit gutem, aber etwas buckligem Teer vorlieb nehmen. Dank meiner neuen Dämpfer konnte ich aber die Geschwindigkeit halten , denn die Konis schlucken die Bodenwellen super weg, und das bei voller Beladung am Limit.

Currently for sale: tomato and onion

Die Strasse bewegte sich zwischen 1700 m und 2000 m und da es bewölkt wurde, kam ich etwas ins frösteln. Wer hätte das gedacht. Jacke und Hose mit dem Reissverschluss verbunden und die Jacke etwas fester zugezogen, schon ging‘s besser. Die Landschaft wurde abwechslungsreich, eine Hochebene, die mal von Laubbäumen, Nadelwäldern oder Sträuchern geprägt wurde. Eine Weile war es sehr menschenleer, aber plötzlich wieder stark besiedelt.

I had never seen pink rocks before...

Nach 150 km tankte ich bereits wieder, da ich ohne Stopp bis Mbeya kommen und  ich unterwegs nicht zum Tankstelle suchen anfangen wollte. Langsam gelangte ich zum Südlichen Hochland und es ging wieder leicht nach oben. Die Landschaft wurde sehr schön, mit Bergen im Sonnenschein die nach und nach in eine Hügellandschaft, der Toscana nicht unähnlich, übergingen.

Southern highlands in Tanzania

Am Ortseingang von Mbeya tankte ich noch einmal, den von nun an wird es mit dem Benzin spannnend, da in Malawi Treibstoffmangel herrscht. Dank dem GPS fand ich auch gleich das Hotel Mt. Livingstone, das vielleicht schon bessere Tage gesehen hat, für den Preis ($21) aber ganz OK ist. Sogar Wifi gibt es – das aber nicht funktioniert. Am Hotelrechner gab ich nach einiger Zeit auf, da die Verbindung zu langsam war. Ich bereite mich noch auf die nächsten Tage mit dem Reiseführer vor – Malawi, ich komme!

Moshi – Morogoro

Summary: got up early; long riding day (530 km) to Morogoro; road conditions are excellent, finally found a hotel with an internet connection (however not fast enough to upload pictures).

Heute um viertel nach 6 aufgestanden, den Rest zusammengepackt und um 7 zum Frühstücken. Eine halbe Stunde fuhr ich im Nebel los und tankte noch in Moshi. Es war heiter bis wolkig mit kurzen Schauern. Heute war ein Fahrtag und so gibt es wenig zu berichten.

The former main export product of Tanzania: Sisal

Ich fuhr über Same und Mombo nach Sedera und liess es etwas laufen (100 km/h). Die Strecke nach Chelinze im Flachland war sehr grün und vor allem sehr gut. So kommt man einigermassen schnell vorwärts. In Chelinze machte ich eine Pause und trank eine Cola. Auf der Transitstrecke nach Sambia fährt man besser noch etwas schneller (110 km/h) um nicht dauernd von den Bussen überholt zu werden. Als Tagesziel wurde Morogoro ausgewählt, dend der nächste Ort wäre zu weit. Na ja, 530 km sind ja auch ganz OK für den Anfang. Ich habe nochmal getankt und mich im urigen New Akropole Hotel einquartiert – der ausschlaggebende Faktor war, dass es hier Wifi gibt 🙂 . Leider reicht aber die Bandbreite nicht zum Laden von Fotos aus. Wenigstens konnte ich aber meine ganzen Texte der letzten Woche posten. Die vielen schönen Bilder kommen dann eben später!

Kilemakyaro Lodge

Summary: Left Arusha in the morning; stopped by a policeman who was only interested in knowing the top speed of my bike. Destination was Moshi, in particular the lodge that I had to leave last Saturday because of mixing up the dates. I was warmely welcomed and when the owner, Mr Minde knew about my trip, I was invited and treated as a special, personal guest. I was overwhelmed by this hospitality. The lodge, situated underneath the Kilimanjaro is a little paradise. I had pleasant chats with Mr Minde and his daughter and relaxed a lot before I start a couple of riding days tomorrow morning. Asante sana Mr Minde!

Heute morgen etwas ausgeschlafen, zusammengepackt und Aruha verlassen. Wurde von einem Polizisten angehalten und mir schwante schon böses, er wollte aber nur die Höchstgeschwindigkeit meiner XBR wissen, da seine kleine Honda angeblich 160 liefe. Ein Blick auf den Tacho reichte ihm: „Ah, 220!“.

Da die nächsten Tage reine Fahrtage werden, wollte ich in Moshi einen Tag verbringen und noch etwas relaxen bevor es auf die Piste geht. Etwas Entspannung nach der anstrengenden Safari tut auch gut. Etwas Routenplanung sollte für die nächsten Tage auch sein. Am besten in der Lodge, in der ich letzten Samstag überstürzt wieder abreisen musste, da ich mich im Datum vertan hatte. Die sah so aus, also könnte man gut entspannen. Na gut, die $140 für ein Zimmer sind schon mal drin, dachte ich mir, ansonsten komme ich ja günstig weg. Ich fuhr also die nur knapp 100 km bis Moshi und der Kilemakyaro Lodge, wieder durch Kaffeeplantagen hoppelnd.  Als ich vor dem Eingang vorfuhr, gab es ein großes Hallo. Ich wurde herzlich begrüßt und als meine Antwort auf mein Reiseziel „Namibia“ war, hieß es „be my guest“. Ich nahm das erst als die übliche Höflichkeit an, aber als ich mich an der Rezeption wieder einschreiben wollte, wurde auf Anweisung des Chefs ein besonderes Gästebuch (eine Art ‚Goldenes Buch‘) herausgeholt. Er gab einige Instruktionen an das Personal und erklärte mir, dass ich sein persönlicher Gast sei und dass ich es mir gut gehen lassen solle. Anscheinend hatte ihm mein Auftritt sehr imponiert und er lud mich ein, mir später etwas über die Lodge zu erzählen. Ich räumte meine Sachen in mein banda, mein Rundhäuschen, und nahm erstmal eine Dusche und rasierte mich sogar zu Ehren des Gastgebers. Ich fragte an, ob es möglich sei, meine dreckige Wäsche waschen zu lassen. Kein Problem.

Kilemakyaro lodge - bandas surrounded by gardens

Ich war baff! Das war ja wie im Märchen. Die Lodge liegt traumhaft unterhalb des Kili, der Garten ist ein Traum und die Aussicht einfach spektakulär. Und das alles als nichtzahlender Gast? Ich war beinahe sprachlos ob so vieler Gastfreundschaft…

Ich traf mich mit dem Eigentümer, Mr Joackim Minde, und wir unterhielten uns eine ganze Weile lang über die Geschichte der Lodge, das Safaribusiness sowie kulturelle Besonderheiten im allgemeinen. Er ist oft in Europa auf Tourismusmessen, um Werbung für seine Lodge und sein Safariunternehmen in Arucha zu machen. Die Farm wurde vor über 100 Jahren von einem gewissen Hans Brunner gegründet und die massiven Holzbalken stammen noch aus dieser Zeit. Nach einer Phase des Niedergangs baute Herr Minde die Lodge wieder auf und machte sie zu einem kleinen Paradies.

Also geese like it cool

Nach dem Mittagessen schrieb ich am Blog, machte etwas Routenplanung und unterhielt mich einige Zeit mit der Tochter des Chefs, die in London studiert und gerade auf Heimatbesuch ist. Wir machten noch ein paar Fotos und Herr Minde hat sich herzlich verabschiedet und ich sitze nun in der rustikalen Bar und schreibe weiter, leider scheint heute die Internetverbindung gecrasht zu sein und so muss ich wieder mal speichern.

Has set a new standard on my scale of hospitality: Mr Joackim Minde from Kilemakyaro Lodge in Moshi. In the background: the Kilimanjaro (in clounds).

Ein Tag im Schlaraffenland.

Arusha National Park

Summary: In the morning, the started for a mountain walk, escorted by a competent and friendly ranger with a loaded gun; watched a herd of buffalos and walked two hours uphill below Mt. Meru (4500 m). After a break, we descended through a lush forest to the main gate. After a quick snack, we continued through the Arusha Park by car, visiting Lake Momella with its numerous, amazing flock of flamingos. Visit to Ngurdoto crater, a small copy of the Ngorogoro. Brought back to Arusha, having dinner with “Mama Hilde”, the German owner of the safari company who stayed in Tanzania after her Ph.D. and started and maintained the business despite all obstacles.

Am Morgen wartete unser Koch mit dem Frühstück und gleich anschließend ging es los zu unserer Wandertour am Fuße des Mount Meru (4500 m hoch). Eine Gruppe aus vier Deutschen gesellte sich zu uns und wir wurden von Moatatu, einer Rangerin geführt und beschützt.

Our guide and armed ranger.

Sie trug ein Gewehr um notfalls Büffel oder anderes Getier von uns abzuhalten. Wie sie uns versicherte, musste sie es schon einmal gebrauchen um einen angreifenden Büffel zu stoppen. Wir wanderten als erstes dann auch an einer großen Büffelherde vorbei und fühlten uns gleich irgendwie vom Bullen beäugt. Wir liefen zwei Stunden an den grünen Hängen nach oben und genossen die Aussicht über den Park.

No bottle opener? Use the trigger of your gun!

Oben gab es eine Pause im Schatten bevor wir wieder durch einen malerischen Urwald nach unten liefen, Affen und Ameisen bestaunend. Der Weg zog sich in die Länge und erst hier wurde uns bewusst, wie hoch wir gelaufen waren (ca. 500 Hm).

Two 'strangling ficus' (parasite tree) have formed this strange "tree"

Schließlich kamen wir wieder am Parkeingang an und verabschiedeten uns von unserer freundlichen und kompetenten Rangerin. Der Ausflug hatte über 4 Stunden gedauert und ging schon etwas in die Beine. Eine Lunchbox später waren wir bereit für die Ausfahrt in den Arusha Nationalpark mit seinen Seen.

Flamingos on Momella Lake

Die Hauptattraktion waren neben den vielen Giraffen die vielen Flamingos, die sich auf dem Mombella Lake aufhielten. Zu abertausenden schwammen und flogen sie auf dem See, ich schoss wie wild Fotos. Irgendwann wurde zum Aufbruch gedrängt, da wir noch zum Ngurdoto-Krater mussten, einer Miniaturausgabe des Ngorogoro-Kraters. Gerade als wir die Aussicht geossen, riss die Wolkendecke am Kili auf und wir sahen ihn in seiner ganzen Pracht.

Finally - view on the top of the Kili!

Noch ein paar Bilder geschossen und zurück ging nach Arusha, wo uns der Feierabend in seinen Klauen eine Weile lang festhielt. Ich wurde zurück zum Motel2000 gebracht, wo ich eine heisse Dusche genoss und in meinen zweiten, sauberen Satz Kleider schlüpfte. Ich wurde von Hilde, der Besitzerin von Paradies Safaris abgeholt und wir trafen uns mit Alain und Patricia in einem Strassenlokal, wo es indische Küche  vom Grill gab. Wir berichteten von unseren Erfahrungen und sie erzählte von ihrer Ankunft als Biologiedoktorandin vor 26 Jahren und wie sie nach der Gründung des Unternehmens 1990 trotz aller Widrigkeiten das Geschäft aufbaute und zu ihrem Lebensinhalt machte. Eine beeindruckende Geschichte.

Im großen und ganzen waren alle in der Gruppe zufrieden über die Safari. Abstriche gab es bei der Qualität der Fahrzeuge, die doch älteren Semesters waren. Schlechte Strassen hin oder her, mit neueren Autos ist einfach die Wahrscheinlichkeit, eine Panne zu haben deutlich niedriger. Trotz dieser Probleme haben alle ihr bestes gegeben und versucht, allen ein schönes Erlebnis zu bieten. John war sehr geschickt im troobleshooting, alle Fahrer und Köche bemühten sich redlich uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und die Organisation schaffte es trotz der Vielzahl der Freiheitsgrade (verschiedene Gruppen, verschiedene Reisepläne, Anpassen derselben, Organisieren von Ersatzfahrzeugen) alles unter einen Hut zu bekommen. Paradies Safaris ist kein Anbieter von Luxussafaris aber auch nicht eben ein Billiganbieter. Man muss auf diesem Kontinent sowieso manche Dinge etwas gelassener sehen, da deutsches Anspruchsdenken an der Realität scheitert. Der Vorteil an dieser Firma für mich war die Möglichkeit, eine sehr kurze Safari (4 Tage) als Individualreisender überhaupt buchen zu können, normal ist das praktisch kaum möglich. Wir waren eine gute, bunte Truppe die ihren Spass hatte und uns sehr willkommen fühlen. . Alles Gute für die Zukunft und ein herzliches „asante sana“ an „Mama Paradise“.